Wilfried Louis / Fröndenberg 1999 - 2004

Üd:  Überarbeitungsdatum:
 

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Zusammenfassung der Textdatei

( deutsch )

Die Geschichte der Materie.

1. Kapitel

Schöpfungsgeschichte:


Üd: 10.2003  

Meine Geschichte beginnt vor circa 15 Milliarden Jahren. Zu diesem Zeitpunkt gab es, nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, keine  (für uns messbare und berechenbare) Materie, keinen Raum und somit auch keine Zeit. Es gab nur die, nach Einsteins wissenschaftlichen Berechnungen und nur mit mathematischen Zahlen beweisbare, »Singularität«. Das heißt, die gesamte kosmische Energie komprimierte sich zu einem Punkt, der kleiner war als ein Atom. In dieser komprimierten Einheit ist nach physikalischen Berechnungen die Krümmung von Raum und Zeit als unendlich anzusehen. Mit anderen Worten, eine relative fortschreitende Zeit, die von der Größe des Raums und der sich darin bewegende Materie getragen wird, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
In diesem raum- und zeitlosen Energiezustand kann es, laut dem Kosmologen Andrej Dimitriwitsch Linde, trotz der unendlichen Kompression, keine absolute Energieruhe gegeben haben. Es war, nach Ansicht führender Wissenschaftler, eine winzige Energieabweichung, die vor 15 Milliarden Jahren, eine explosionsartige Ausdehnung aus der Singularität und eine ewige Fluktuation ins Unermessliche bewirkte. 
Antworten auf die Fragen:
    

bleibt auch heute noch eine weitgehend wissenschaftliche Spekulation. 
Immer wieder neue wissenschaftliche Thesen über die Entstehung des Universums lassen eine einheitliche, allumfassende Aussage über den Ursprung der Materie immer schwieriger werden.
Einige aktuelle Theorien:

Inflation des Universums

Aktuelle Daten und Erkenntnisse

Üd: 10.2003  Aus den Entfernungen und den Fluchtgeschwindigkeiten der Galaxien kann man auch den Anfangs-Zeitpunkt des Urknalls berechnen. Wie stark nun die Fluchtgeschwindigkeit mit dem Abstand der Galaxien anwächst, wird durch die »Hubble- Konstanten« bestimmt. (Über eine präzise Festlegung dieser Konstanze konnten sich die Wissenschaftler bis heute noch nicht einheitlich einigen. Sie liegt bei dem "Faktor um 2", so dass unser Universum auf ein Alter von etwa 15 Milliarden Jahren geschätzt wird. Andere Altersangaben ergeben sich aus der Verschiebung dieser Hubble- Konstante.
Die Erforschung der entferntesten Galaxien ist für die Astrophysiker eine technische Herausforderung, da der Beobachtungshorizont immer größer wird, aber die Sterne immer schwächer leuchten. So können wir nur etwa 5% des theoretisch möglichen Beobachtungsbereichs erkennen

Teleskope sind die Werkzeuge für die Beobachtungen des Universums. Diese Zeitmaschinen ermöglichen uns eine Reise in die Tiefe der Zeit. Das Licht breitet sich  mit der Geschwindigkeit von etwa 300.000 Kilometern pro Sekunde aus; daher schaut, wer ein strahlendes Objekt in 300.000 Kilometern Entfernung ansieht, in die Vergangenheit vor einer Sekunde zurück. Sehen die Forscher, wie neuerdings möglich, 14 Milliarden Lichtjahre weit, dann haben sie eine Epoche im Blick in der das Universum gerade eine Milliarden Jahre jung ist. Für das »Very Large« Teleskope« in Chile - das neuste und gewaltigste aller Superfernrohre- ließ man den Gipfel eines Berges wegsprengen. Die vier Türme besitzen einen Hohlspiegel mit acht Metern Durchmesser. Man könnte mit ihm einen Astronauten, der über den Mond spaziert, fotografieren. Die Hohlspiegel der Very Large Teleskope fangen die Strahlen der ersten Sterne ein, indem sie einzelne Photonen eines Himmelsobjektes einige Zeit sammeln und auswerten. Es sind Signale aus jener Epoche, als die Himmelskörper gerade entstanden. So wollen die Astronomen herausfinden, was zur Entstehung der Galaxien führte. Wenn auch nur wenige Lichtquanten, als Zeuge für die ersten Anfänge einer universellen Entwicklung zu Verfügung stehen, zu hören sind die Geburtsmomente des Kosmos gleichwohl durch den elektromagnetischen Nachhall des Urknalls. Diese Hintergrundstrahlung ist der erkaltete Überrest der enormen  Photonen- Energie, die nach der Bildung der Atomkerne ungehindert das Weltall durchquerten. Das Universum dehnte sich immer mehr aus und kühlte dadurch ab. Aus der ursprünglich harten energiereicher Photonen- Strahlung wurde die energiearme langwellige Hintergrundstrahlung. 
Der NASA-Satellit "Cosmic Mikrowave Background Explorer »Cobe« hatte im Jahre 1992 die kosmische Hintergrundstrahlung vermessen. Wobei eine erstaunliche Gleichmäßigkeit, vom Urknall ausgehende, Reststrahlungsenergie gemessen wurde (nur wenige Tausendstel Prozent betrug die Homogenitätsabweichung dieser Strahlenenergie). Diese Hintergrundstrahlung enthält einerseits die Botschaft dass sie aus allen Bereichen des Weltalls uns überflutet und somit aus den Anfängen des Universums sein muss. Anderseits spiegelt diese Strahlung winzige Unregelmäßigkeiten einer inhomogenen Verteilung der Energie im Urkosmos wieder.
Der Ballon »Boomerang« untersuchte in 28 Kilometer Höhe, über der Antarktis die Temperaturschwankungen der Hintergrundstrahlung genauer als Cobe bisher konnte. Es war nun möglich, Schwankungen in einem engen Winkelbereich zu messen. Würden sich Frequenz-Schwankungen über ein enges Winkelsegment erstrecken, wäre unser All eine flache Schale; würde sie einen großen Bereich einnehmen, wäre unsere Welt konkav bzw. konvex gekrümmt. Das Ergebnis wurde erst kürzlich, vor der Jahrtausendwende veröffentlicht. Die größten Wärmeschwankungen ergaben sich innerhalb eines Messwinkels von etwa einem Grad

Unser All ist demnach eine flache Scheibe 
Dies bedeutet zugleich eine Bestätigung der Inflations-Theorie. Unser
Universum ist kein Einzelfall 

Es stellt sich die Frage, wie konnte aus Nichts ein Etwas, also Materie, werden?
Alan Guth untersuchte in den 80er Jahren, neben den bekannten vier Kräften:
"Elektromagnetismus", "Starke Kraft und Schwache Kraft in den Atomkernen", sowie die "Gravitation",
weitere Felder, die eine Naturkraft enthalten könnte. Dass sie existiert dafür hatte die Teilchenbeschleunigungsanlage CERN in Genf schon einen wichtigen Hinweis geliefert. Dort hatte man eine Zustand simuliert, der den billardsten Teil einer Sekunde nach dem Urknall entsprach, wobei sie subatomare Elementarteilchen aufeinander knallen ließen. Dabei blitzten Spuren eines bisher nicht beobachteten Teilchens auf.
-siehe "CERN"
Diese Teilchen hatte der britische Physiker “Higges« bereits in den 60er Jahren vorausgesagt. Seine Existenz verdankt das Higgs-Teilchen, wie alle Energieteilchen einem Energiefeld, dem "H
iggs-Feld". Der Quantentheoretiker Guth geht davon aus, dass dieses Feld die einzige in der Natur vorkommende Kraft ist, die auch im leeren Raum (Vakuumenergie) wirken kann. Als Guth das Higgs-Feld als Zahlengröße in sein Formelwerk eingab, zeigte sich überraschend, dass die Kraft in dem Higgs-Feld, zur Zeit des frühen Universums, eine andere Stärke gehabt haben muss als heute. Das wiederum ist ein Hinweis darauf, dass sich die Entwicklung unsers Kosmos in zwei Phasen vollzogen haben könnte. Eine vor dem Urknall eine danach. Aus dieser Erkenntnis formulierte Alan Guth eine neue Theorie über die Geburt des Universums: Vor dem großen Urknall genauer gesagt: 1-34 Sekunden vor dem großen Big Bang bestand das Universum aus nichts anderem als dem Higgs-Feld, es dehnte sich in diesem Augenblick ruckartig - exponentiell - in unvorstellbaren kleinen Zeitintervallen aus. Guth nannte dieses Phänomen 

  »Inflation des Universums«  

In dieser Phase wuchs das Universum enorm schnell an. Das heißt der Raum explodierte auf das 10100000fache der ursprünglichen Größe, dies entspricht einer Ausbreitung von 10-28 Zentimeter auf eine Größe von 10 Zentimeter, wobei sich die Ausdehnung mit einer Überlichtgeschwindigkeit vollzog, sonst wäre das Feld in sich wieder zusammengestürzt. Diese Überlichtgeschwindigkeit verstößt nicht gegen den Grundsatz, dass keine Strahlung schneller sein kann als das Licht, da sich Raum und Zeit selbst ausdehnten. In diesem sogenannten Higgs- Feld vergrößerte sich die Energie bis zu einem Phasenübergang (Energie- Materie), in dem sich die eingesperrte Energie durch einen Urknall befreite. Hierbei ging die Inflationsphase in einer verlangsamten Expansion über. Aus der thermischen Energie entstand jetzt der kosmische Stoff  »Materie«.
Somit ist der Urknall die Übergangphase zwischen zwei Zuständen des Universums - nicht wie bisher angenommen der Anfang der Schöpfung.
Das neue Bild von der Entstehung des Universums bot unter anderem einen Weg der Sackgasse. Das Modell der "Singularität" als Inflationsmodell bedarf nicht mehr den unendlich heißen Urzustand, dessen Zündung bisher nicht erklärt werden konnte. Auch die Frage, wie die Energie eigentlich in den Weltraum gekommen ist, scheint jetzt geklärt zu sein. Die Quantenphysiker gehen davon aus, dass das Higgs- Feld die Kraft hat aus dem  »Nichts« Energie zu schöpfen. Diese subatomare Kraft aus dem Nichts bzw. dem Vakuum ist zwar noch nicht bis ins Detail bewiesen, doch, dass sie existiert ist wissenschaftlich unumstritten.
Der Quantenphysiker Alan Guth hatte aber bei seinen Ergebnissen etwas wichtiges übersehen. Was das war erklärte 1983 der russische Physiker Andrey Linde, mit Hilfe eines effektvollen Tricks. -Er legte 2 Streichhölzer zu einem Kreuz auf seine Hand, wobei das oberste Streichholz zitterte und hüpfte als ob er an einem unsichtbaren Faden gezogen würde- Seine Erklärung: Es bilden sich chaotische Kräfte im submikrokosmischen Bereich. Guth hatte diese chaotischen Fluktuationen des Universums vor dem Urknall nicht in den möglichen Variationen durchgerechnet. Linde erkannte bei diesen Berechnungen, das eine inhomogene Verteilung in diesem Urkosmos, während seiner Inflationsphase, bestand. Es wies höhere und niedrige Energiebereiche auf. Wenn alle “Energiebereiche« einen Urknall durchlaufen, dann gibt es nicht nur ein Universum, sondern viele-* So können wir uns, nach Lindes Theorie, dass
»Multiversum« als einen Urschaum vorstellen. Von Außen beobachtet, besteht dieser Urschaum aus unzähligen Mini-Universen, von denen sich einige erst inflationär aufblasen, während andere bereits untergehen. Unser Universum ist in diesem kosmischen Schaumbad nur eine winzige Seifenblase.
Zwar fehlt dieser zweiten kopernikanischen Revolution (Zitat aus PM/Mai/2001)  noch den empirischen Beweis. Hoffnung setzen die Physiker auf den Ausbau des Teilchenbeschleunigers  »CERN« bei Genf, der im Jahr 2005 fertiggestellt sein soll. Er soll die geheimnisvollen Higgs- Teilchen mit dem LHC- Beschleuniger dingfest machen. Auch der Forschungssatellit  »Pank«, der ebenfalls im Jahr 2005 gestartet wird, soll durch genaue Messungen der winzigen Kräuselungen innerhalb der kosmischen Hintergrundstrahlung beweisen, dass eine Inflation des Universums stattgefunden hat.


1. Zyklus

Beginn von Raum und Zeit:

Üd.: 10.2003 Die Annahme eines Urknalls, setzt eine explosionsartige ausbreiten der Energie voraus, dies bedeutet wiederum das durch die Ausdehnung der Energie gleichzeitig eine zweite und dritte Dimension entstehen musste. Raum und Zeit 
Wie stark nun die Fluchtgeschwindigkeit nach dem Urknall mit dem Abstand der Galaxien anwächst, wird durch die »Hubble- Konstanten« bestimmt. (Über eine präzise Festlegung dieser Konstanze konnten sich die Wissenschaftler bis heute noch nicht einheitlich einigen. Sie liegt bei dem Faktor um 2, so dass unser Universum auf ein Alter von etwa 15 Milliarden Jahren geschätzt wird. Andere Altersangaben ergeben sich aus der Verschiebung dieser Hubble-Konstante.
Die Erforschung der entferntesten Galaxien ist für die Astrophysiker eine technische Herausforderung, da der Beobachtungshorizont immer größer wird, aber die Sterne immer schwächer leuchten. So können wir nur etwa 5% des theoretisch möglichen Beobachtungsbereichs erkennen
Einig sind sich die Wissenschaftler, dass die Weltuhr bei 10-43 Sekunden, der sogenannten "Planck- Zeit", berechenbar ist. Dies setzt immer die Annahme voraus, dass die bekannten physikalischen Gesetze auf die damaligen Verhältnisse anwendbar sind. Diese Festsetzung hat mit dem Planckschen Wirkungsquantum "h" zu tun. Mit dieser Einheit lassen sich in der Quantenwelt fundamentale Längen- und Zeiteinheiten berechnen. Bei Längen unter 10-33 Zentimeter oder einer Zeit unter 10-43 Sekunden sind Beschreibungen physikalischer Gesetze sinnlos.
10-34 Sekunden nach dem Urknall betrug der Durchmesser des Universums 10-28 Zentimeter, wobei es nach allen Seiten expandierte. Nach der 10-34sten Sekunden kosmischer Geschichte und einer Temperatur von 1032 Grad geschah für unsere Existenz etwas sehr entscheidendes, es kam zu einem äußerst geringen Überschuss von Materie zu -Antimaterie-. Auf eine Milliarden Materieteilchen gab es gerade ein Materieteilchen mehr als Anti -Materieteilchen.
siehe: "Antimaterie"
Dieser winzige Überschuss oder Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie, in der frühen Phase unseres Universums, war die Grundlage unserer Existenz. Die Teilchen aus diesem Materieüberschuss sind Quarks, aus denen sich später die Protonen und Neutronen zusammensetzen.  Durch die enorme Temperatur von 1027 Grad brachen die Kernbausteine (Protonen und Neutronen) der Atome immer wieder auseinander. Erst nach 10-10 Sekunden, also den 10milliardsten Teil einer Sekunde, sank die Temperatur auf 1015 Grad (eine Trillionen Grad), nun entstanden stabile Kernbausteine. Je drei Quarks lagern sich in einem Proton und in einem Neutron. Gleichzeitig entstanden und zerfielen ständig andere Teilchen: Elektronen und Positronen, Gluonen, Photonen -kurz die uns bekannten 12 Elemente und dessen Antiteilchen entwickelten sich. Dazu gehören auch die Neutrinos. Es sind extrem leichte, schwach wechselwirkende Teilchen, die sich vermutlich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Im Juni 2001 hat ein Forscherteam aus Kanada, USA und Großbritannien festgestellt, dass  die Verschiedenen Neutrinos (vermutlich 3 Arten) sich ineinander umwandeln (sog. Neutrino- Oszillationen). Das setzt die Eigenschaft voraus, dass die Neutrinos eine unterschiedliche Masse besitzen und somit von der Gravitation beeinflusst werden.
Da sie keine elektrische Ladung besitzen, die auf die Kernkräfte wirken, können sie sich auch nicht gegenseitig vernichten. Man geht davon aus, dass diese Elementarteilchen auch heute noch im großen Ausmaß, in unserem Kosmos vorhanden sind und eine unbekannte Größe der kosmischen Dunkelmasse darstellen.
siehe: "Was Sind Neutrinos"?
Durch weitere Expansion des Energiefeldes sank Temperatur proportional zur Ausdehnungsgeschwindigkeit. Das heißt, bei Verdopplung der Ausdehnung, fiel die Temperatur um die Hälfte.  Etwa eine Sekunde nach dem Urknall war die Temperatur bereits auf circa 10 Milliarden Grad gesunken. Die Energiedichte reichte jetzt nicht mehr aus um aus den Photonen Elektronen und ihre Antiteilchen (Positronen) zu erzeugen. Elektronen und Positronen "zerstrahlten" wobei ein leichter Überschuss an Elektronen übrig blieb. Nach einer Sekunde befanden sich im Universum alle die Bausteine  (Protonen, Neutronen und Elektronen), aus denen sich später die Atome zusammensetzen. Alles Wichtige und für unsere Zukunft entscheidende, so zeigte die erste Sekunde, passierte sehr schnell. 
Hundert Sekunden nach dem Urknall war die Temperatur bereits auf eine Milliarden Grad gesunken. Bei diesen Temperaturen kam es zu den ersten Verschmelzungen von Atomkernen. Aus einem Proton und einem Neutron entstand das Element Deuterium+ (schwerer Wasserstoff). Durch weitere Abkühlung entstanden die schwereren Heliumkerne, auch die Atomkerne der Lithium- und Berylliumelemente konnten sich bilden. Die restlichen Protonen zerfielen in dem kleinsten Element, dem Wasserstoffkern. Dieser Schöpfungsakt der Urmaterie, so haben die Physiker berechnet, ist die Folge einer winzigen Verschiebungen elektromagnetischer Energiefrequenzen, eine Nuance der Wellenverschiebungen aus der Urvibration des Urknalls.  Je nach dem, ob die Schwankungen des Urknalls die Frequenz einer Elektromagnetischen Welle "im Wellen-Tal" oder "auf dem Wellen-Berg"  verursachte, spiegelte sich dies in den wärmeren oder kühleren Flecken des expandierendem Universum wieder Das Nachgrollen des Urknalls lässt sich in der Hintergrundstrahlung erkennen und messen. Diese Reststrahlung im Mikrowellenbereich ist für Physiker der Zeitzeuge für die Entstehung des Universums.

Ein weitere Hinweis auf das Ungleichgewicht der Energieteilchen wurde durch das Unbestimmtheitsprinzip (sog.  "Unschärferelation" n. Heisenberg)  bestätigt, danach kann das Universum von Beginn an nicht vollkommen homogen gewesen sein. Diese Abweichung der gleichförmigen Dichte vergrößerte sich mit der Zunahme der Expansion ( s.a. Chaostheorie ).


2. Zyklus

Entstehung der ersten Sterne und Galaxien

Üd.:11.2002  Die Grundlagen für die Schöpfung unserer zukünftigen Welt, wie sie sich heute darstellt, waren schon  drei Minuten nach dem Urknall geschaffen. Die Temperatur war auf 109 Grad gefallen. Die Protonen und Neutronen konnten jetzt nicht mehr von den auftreffenden Photonen auseinandergerissen werden. Die schon beschriebene Zusammensetzung der Kernbausteine zeigt, dass sich das Universum aus etwa drei Viertel "Wasserstoff" und circa einem Viertel  "Helium" zusammensetzt.  Die anderen Elemente aus unserem Periodensystem bilden einen verschwindenden Rest und entstanden zudem auch weitaus später.
Etwa 300.000 Jahre stagnierte die Materie des neuen Universums in einer Phase der expandierenden Abkühlung. Warum es mehrere Hunderttausend Jahre in einer homogenen Strahlenwolke verharrte ist bis heute noch weitgehend ein wissenschaftliches Rätsel.
Die Strahlenwolke war zu dieser Zeit auf eine Temperatur von circa 6000 Grad Kelvin (0 Kelvin =-273°C) gesunken. Nun passierte wieder etwas  entscheidendes für unsere Existenz.  Die Atomkerne (Protonen und Neutronen) fangen die dazugehörigen Elektroden ein und bilden vollständige Wasserstoff-, Helium- und Lithiumatome. In dieser beschriebenen Gaswolke verbarg sich nun der Urstoff aus dem sich, Millionen Jahre später, Sterne und Galaxien bildeten. Zwischen den Atomen und den Teilchen bildeten sich freie Räume, wodurch die Lichtteilchen ungehindert weite Strecken zurücklegen konnten.
- das Universum wurde durchsichtig-

Diese Kernverschmelzungen vollziehen sich auch heute noch auf allen glühenden Sternen in unserem Kosmos, so auch auf unserer Sonne, die durch diese atomare Energieumwandlung immer weiter abkühlt.
700 Millionen Jahre später war die Temperatur bereits auf 18 Kelvin gesunken. Die Wasserstoff- und Heliumkerne bildeten Wolken in denen sich die Dichte durch die Gravitationskraft ständig erhöhte. Ab einer bestimmten Massenkonzentration kam es durch die Temperaturerhöhung zur Kernfusion. Dabei verschmelzen die Atomkerne, wobei Bindungsenergie frei wurde, es entstanden die ersten Sterne, die wie unsere Sonne durch ihre Kernfusion  leuchteten.
Der Forscher Robert Becker von der University of California in Davis sagt:  Es verging eine lange Zeit der Teilchenverdichtung (rund 900 Millionen Jahre) bis durch die Gravitation das Gas sich zu Klumpen verdichtete". Nach einer Milliarden Jahre  waren dann urplötzlich schon Spiralnebel, Sternhaufen und Galaxien fertig entwickelt und ausgebildet. Dies bestätigen die sichtbaren Galaxien am äußeren Rand des messbaren Weltalls. Was veranlasste das Universum zu einer solch plötzlichen Entwicklungsbeschleunigung? 
1992 schöpfte man neue Hoffnung für die Aufklärung dieser sprunghaften Materieansammlung. Anhaltspunkte zeigten sich auf der Basis der schon aufgeführten Hintergrundstrahlung. Diese Strahlenbotschaft aus den Anfängen des Urknalls sind nach circa 15 Milliarden Jahren auf eine Temperatur von 2,7 Grad über dem absoluten Nullpunkt von -273Grad abgekühlt. Die Strahlenfrequenz der Hintergrundstrahlung liegt heute im Mikrowellenbereich und füllt den gesamten Kosmos gleichmäßig ausfüllen . Der NASA-Satellit "Cobe“ ( Cosmic Background Explorer) hatte nun Temperaturunterschiede von einigen Hunderttausendstel Grad dieser Strahlen gemessen. Dies ist, nach den Annahmen der Wissenschaftler eine Folge, der schon in Zyklus 1 beschriebenen, geringfügigen  Frequenzverschiebungen der Quantenenergie, unmittelbar nach dem Urknall. Die daraus entstandenen Temperaturunterschiede innerhalb der expandierenden Gaswolke reichten zwar nicht aus, um die Atom - Fluktuationen, in eine Materienverklumpung  zu versetzen, doch sie waren vielleicht ein auslösender Faktor dieser Entwicklung. Diese feinsten Kräuselungen der Hintergrundstrahlung wurden in jüngster Zeit von dem Messballon "Boomerang" in einer noch präziseren Genauigkeit, als Unregelmäßigkeit in dem übriggebliebenen  Echo des Urknalls, gemessen. Diese Daten sind auch die Zeugen von einem Schattenreich der Dunkelmaterie. Diese Gravitation der dunklen Masse war wohl auch für die ersten kosmologischen Strukturen und Formen verantwortlich. Die Zusammensetzung und Größe dieser Dunkelmaterie im All ist zur Zeit noch weithin unbekannt, man nimmt an, dass 90% der gesamten Materie im Universum aus nicht leuchtender Materie besteht. Ein Hinweis auf die Existenz dieser dunklen Materie ist unter anderem die Rotation der Spiralnebel-Galaxien um ihren Mittelpunkt. Bei der Rotation müssten aus physikalischen Gesetzmäßigkeiten die äußeren Bereiche des Spiralnebels zurückbleiben und nach innen immer schneller werden. Die äußeren Arme rotieren jedoch genauso schnell wie die innere Region. Man nimmt an, dass zusätzliche dunkele Materie durch ihre Schwerkraftwirkung, innerhalb der Galaxie, dieses rotationsverhalten verursacht.
Ein weiteres Phänomen aus der Schattenwelt sind die sog. "Schwarzen Löcher" (Endstadium eines Sterns nach seinem Gravitationskollaps). Niemand kennt die genaue Anzahl dieser Gravitationslöcher, deren Durchmesser von wenigen Millimeter bis 1000 Kilometer reicht, sie besitzen eine unvorstellbare Dichte, so dass nicht einmal die Lichtquanten ihr Gravitationsfeld verlassen können. Aufgrund ihrer Gravitation verschlucken diese Energielöcher unaufhörlich Millionen von Sterne, wodurch die dunkle Massen ständig zunimmt.
Die kosmische Strahlung stellt eine weitere unbekannte Größe in unserem Universum dar; sie besteht aus unzähligen "Neutrinos" ( N. sind Elementarteilchen ohne elektrische. Ladung und Ruhemasse) welche bei chemischen Prozessen (z.B. bei der Kernverschmelzungen innerhalb der Sonne)  entstehen. Sie treten Verzögerungslos aus Kernverschmelzungen unserer Sonne oder anderen Sternen aus. Da sie durch ihre Massenlosigkeit keine Wechselbeziehung mit anderen Teilchen eingehen, müssten sie ohne Wirkungsverlust auf und durch unsere Erde oder einen anderen Planeten schießen. Doch Messungen ergaben, dass nur ein geringer Teil dieser Neutrinos auf unsere Erde eintrifft. Dies ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Hinweis, dass ca. 50% der ursprünglich freigesetzten Neutrinos in einem Zustand der Materie verbleibt. 
(weitere Informationen siehe unter Tau - Neutrino)
So lassen die aufgeführten wissenschaftliche Daten, nach heutiger Sicht, einen plötzlichen Entwicklungsschub des Universums aus dem Zusammenspiel mehrer Faktoren vermuten.
1.) Geringe Temperaturunterschiede innerhalb der Gaswolke.
2.) Gravitationskräfte der Dunkelmaterie.
3.) Die schwachen Wechselbeziehungen der elektromagnetischen Wellen und Teilchen untereinander.

Die Gravitationskräfte  der verklumpten Materie hielt zum einen die Planeten und Sterne, aus ihrer inneren Anziehungskraft zusammen, und zum anderen, wurde durch die äußere Schwerkraft  weitere Materie angezogen. Die Folge war, dass durch sogenannte Fluktuationsenergien,  kleinere Sterne und Planeten in eine elliptische Umlaufbahn gelenkt wurden.  Planetensysteme oder Sternansammlungen entwickelten sich in ihrem Inneren, wobei sie eine verbundene Umlaufstabilität eingingen. So sind  nach den heutigen wissenschaftlichen Modellen, die inneren und äußeren Gravitationskräfte der Massen dafür verantwortlich, dass  etwa eine Milliarden Jahre nach dem Urknall sich die ersten Sterne, Galaxien  und Planetensysteme entwickelten. Auch unser Planeten- und Sonnensystem entwickelte sich nach diesen kosmischen Gesetzen.


3. Zyklus

Der kosmischer Urzustand der Materie nach 10 Milliarden Jahren

Üd.: 11.2002 Die kosmologische Entwicklung war nun schon etwa 10 Milliarden Jahre fortgeschritten. In den Regionen der Materieverdichtung bzw. der Protogalaxien kam es durch Massenanziehung zu einer Expansionsverlangsamung, bis hin zum Stillstand der Ausdehnung. Die Folge war eine weitere  Verschmelzung und Verdichtung der Planeten und Sterne, wodurch sich die Kerntemperatur innerhalb dieser Massenkonzentration erhöhte.  Dies wiederum beschleunigte die  Rotation der kosmischen Himmelskörper, was wiederum dazu führte, dass sich die innere Gravitation weiter erhöhte. Diese physikalischen Veränderungen verursachten bei einigen Sternen und Planeten eine Bahnverschiebung, die Folge war ein weiterer Kollisionsanstieg der Sterne innerhalb der Galaxien. Sterne explodierten, interstellare Gasstrudel bildeten neue Materieklumpen (sog. Sternnester), unzählige neue Sterne und Galaxien entstanden. Dies ist bis heute ein sich ständig wiederholender Vorgang in unserem Universum. Sterne müssen sterben damit neue Himmelskörper wieder geboren werden. Ein evolutionärer Vorgang das kein Ende sondern nur Neubeginn kennt. Dies spiegelt sich auch in den Wechselbeziehungen vom Leben und Sterben der organischen Natur wieder, auch hier ist das Ende einer biochemischen Verbindung der gleichzeitige Anfang einer neuen chemischen Entwicklung.
Noch heute bilden sich in einer durchschnittlichen Galaxie, durch  die Wechselwirkung zwischen Gravitation und Inflation der Materie, circa 100 neue Sonnen jährlich. So haben sich im Laufe von 15 Milliarden Jahren Kosmosgeschichte über Hundertmilliarden Galaxien entwickelt. So lange der wichtigste Baustoff " Wasserstoff" noch vorhanden ist werden weiterhin neue Sterne und Galaxien entstehen. Wasserstoffwolken mit einer Temperatur von minus 150°C überdecken in einer gleichmäßigen Verteilung das gesamte Universum. Seine Menge beträgt etwa die Gesamtmasse von einigen Milliarden Sonnen. Doch irgendwann wird auch dieser Baustoff verbraucht sein, dann werden die Fixsterne nach und nach verglühen, so dass es in unserem Weltraum irgendwann finster werden könnte
Doch zu nächst lebt unser Sternsystem noch von dem Anstoß und der Kraft seiner Urknallenergie, wodurch sich die Gesamtheit des Universums wie ein Luftballon aufbläht und zwar in alle Richtungen gleichmäßig. Die Galaxien und Sterne am äußeren Rand des Universums fliegen immer schneller  in die Unendlichkeit und vergrößern unseren Kosmos unaufhörlich. Die Frage: Wie lange sich diese Expansion der Welt noch fortsetzt? Hängt nach Newtons Berechnungen, von der Materiedichte und die daraus resultierende Gravitation der Massen ab. Nach wissenschaftlichen Berechnungen ist die mittlere Massendichte in unserem Kosmos viel zu gering um die Expansion der Galaxien durch ihre Gravitation zum Stillstand oder zur Implosion und in einer erneuten Singularität zu bewegen. 
Nach den aktuellen Berechnungen der Astrophysiker liegt der Anteil der normalen Materie gegenüber der Gesamtmasse bei 4 bis 5 Prozent, das heißt, alle Galaxien, Sterne und Gaswolken aufgelöst und gleichmäßig im All verteilt - bringen lediglich 0,2% Partikel pro Kubikmeter. Diese Gesamtmasse reicht bei weitem nicht aus um die Expansion der Materie zu bremsen. Doch es scheint etwas zu geben, was die Dichte im Weltraum erhöht. Wäre da nur die Materie die wir sehen, würden die Sterneninseln unentwegt auseinander fliegen. Zudem wissen die Astronomen, seit den neusten Messungen, dass unser Universum flach ist. 
Was heißt flach? Nach der allgemeinen Relativitätstheorie kann der Raum im Prinzip flach sein, unterschiedliche Geometrien einnehmen; je nach Dichte der Materie krümmt sich der Raum positiv bzw. konvex oder negativ bzw.  konkav. Bei positiver Krümmung würde sich die Materie und damit das Universum wieder zusammenziehen. Unser Universum ist aber nur sehr geringfügig gekrümmt (ein Ergebnis aus den jüngsten Messungen der Hintergrundstrahlung durch den Messballon "Boomerang).
In unserem Kosmos, mit seiner relativ geringen Materiendichte, bildet sich der geometrische Kompromiss in Form eines flachen bzw. euklidischen Raums, dessen Ausdehnung in die Unendlichkeit treibt. Um das auseinander fliegen der Sterne in unser Universum anzuhalten benötigt es zehnmal mehr Masse als die Forscher bisher entdecken konnten.
Die vermutete "Dunkelmaterie" würde, nach Ansicht der Wissenschaftler. den Anteil der Materie auf etwa 30% der erforderlichen Masse anheben. So glauben die Kosmologen, dass ein unbekannter Gravitationssog existiert, eine "dunkle Energie", dessen Ursprung wir nicht kennen. Kein Wissenschaftler ist mit dieser Antwort glücklich, aber niemand kennt zur Zeit eine andere Lösung. Vermutungen, es sei das Nichts selbst, das den Raum auseinander drückt, die Energie aus dem Vakuum (siehe Higgs-Felder / 1. Kapitel), sind derzeit  wissenschaftlich nicht bewiesen. 
Weitere sensationelle Entdeckungen bestätigten diese mysteriöse Kraft:
Seit 1998 haben sich Forschergruppen wie die Australier "Schmidt" und der US Astronom "Saul Perlmutter" über das Internet verbunden und mit Riesenfernrohre und Teleskope eine Neuvermessung des Weltraums durchgeführt. Dabei dienen Supernovae vom Typ Ia als feststehende Messpunkte am äußeren Rand des Universums. Die Helligkeit mit der ihr Schein auf unsere Erde ankommt hängt allein von ihrer Entfernung ab, die Lichtfarbe ist somit der Garant für die Geschwindigkeit mit der die explodierenden Sterne sich von der Erde in die Tiefe des Weltalls entfernen. Mit einfachen Rechnungen konnten die Wissenschaftler das Alter des Universums von 15 Milliarden Jahren neu bestätigen. Neu und revolutionär war aber die Entdeckung, dass der Schwung der davonfliegenden Galaxien so groß ist, das eine Rückkehr unmöglich ist. Die 2 bis 5 Milliarden Jahre alten Supernovae standen zudem etwa 20% weiter entfernt als theoretisch erwartet. Sie müssen weggeschossen sein, folgerten die Forscher. Es muss also eine Kraft existieren die die Expansion des Weltalls beschleunigt -eine dunkle Energie die als Anti-Schwerkraft wirkt- Diese Entdeckung wurde in wiederholten Messungen und von mehreren Forscherteams bestätigt.
Die Astrophysiker vermuten, dass am Anfang der universellen Entwicklung, durch die hohe Massendichte, die Gravitation gegenüber der Expansionskraft überwog und somit den Inflationsschub des Urknalls abbremste. Irgendwann überwog dann die dunkle Energie und treib die Sterneninseln immer schneller auseinander. Dies bestätigen auch die Aufnahmen der Supernova 1977ff die in der Rekordentfernung von 11,3 Milliarden Lichtjahre steht, und damit etwas weiter weg als das unbeschleunigte All sie platziert hätte, aber doch näher als wenn die Antigravitationskraft von Anfang an wirksam gewesen wäre.

Die entscheidende Botschaft dieser Erkenntnisse ist:
                 
Die Unendlichkeit der Schöpfungsgeschichte

In dem Buch "Der Mensch im Kosmos" schreibt Pier Teilhard de Charden,
dass es zwei mögliche Raumbilder unserer Welt gibt.
1.) Ein Medium, das sich sich immer mehr verdünnt 
bis es ohne bestimmte Form ins Unendliche verliert,
2.) oder wie ein gekrümmter und geschlossener Raum
in dessen Inneren sich alle Linien unserer Erfahrungswelt 
um sich selbst aufrollen, in diesem Fall würde uns die Materie 
nur deshalb begrenzt vorkommen, weil wir nicht aus ihr heraus können.


4. Zyklus

Die Entstehung der Planeten vor 5 Milliarden Jahren 

Üd:12.2002 Um die Geschichte der kosmischen Entwicklung weiter zu verfolgen, müssen wir die Entstehung der interplanetarischen Materie kennen. Die Asche aus  verdampften Sternen füllt den Raum zwischen den Sternen und Planeten. So befinden sich in diesem riesigen Zwischenräumen des universellen Nichts nicht nur atomaren Teilchen des Sonnenwindes, sondern Gase und feste Materie, die zu dem sogenannten interplanetarischen Staub zählen. Der kosmische Nebel besteht zum größten Teil aus Teilchen mit einer Größe von 1/1000 bis zu 1/10 Millimeter. So schätzt man, dass die gesamte »dunkle Materie« im Universum etwa 80 Prozent der Gesamtmasse ausmacht. Die Gesamtmasse innerhalb der Erdbahn wird um etwa 5 x 1016 kg angegeben.
Diese Gas- und Staubwolke kündet vom Tod der Sterne; und liefern gleichzeitig die Elemente des Lebens. Die Gasmoleküle einer interstellaren Materienwolke bestehen fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium, und bilden die Überreste aus den Kernverschmelzungen explodierter Sterne, der ersten und zweiten Generation nach dem Urknall.  Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff sowie die Palette der schweren Elemente bilden die elementaren Bestandteile dieser nuklearen Kernverschmelzungen. Dieser interstellare Sternenstaub ist somit die verdampfte Asche aus dem Todeskampf einer Supernova. Gleichzeitig enthält diese Staub- und Gaswolke den Stoff für die  Geburt neuer Planeten und Sterne. Auch unser Planetensystem und dessen biochemischer Aufbau ist ein Produkt dieser Gas- und Staubverklumpung, die sich aus dieser Sonnenasche zusammensetzt. (So finden wir u.a. in Gewebszellen  » Kohlenstoff « , in  Knochenzellen  » Kalzium «  und die Zellen des Blutes das » Eisen « , als lebenswichtigen Sauerstoffträger) Ohne diese und vielen anderen Elemente wäre ein Leben in der heutigen Form, auf unserer Erde, nicht entstanden
Die Galaxie unserer Milchstraße entstand vor etwa 11 Milliarden Jahre, durch den Prozess der Verklumpung innerhalb einer interplanetarischen Staubwolke. Ihr mittlerer Durchmesser beträgt etwa 120.000 Lichtjahre, bei einer Dicke von 3500 Lichtjahre. Unsere Milchstraße zählt zu den Spiralgalaxien und enthält etwa 200 bis 300 Milliarden Sonnen. Im Inneren der Galaxie befindet sich eine unbegrenzt Menge "dunkler Materie". Die äußere  Materie umkreist die Galaxie mit einer Umlauf-Geschwindigkeit, dass die Planeten und Sterne eigentlich, durch die Zentrifugalkraft, aus ihrer Umlaufbahn getragen werden müssten. Astrowissenschaftler nehmen deshalb an, dass die "dunkle Materie" im Inneren der Galaxie mehrere Schwarzes -Löcher enthält. Die gewaltige Anziehungskraft dieser Gravitationszentren, verhindert das Auseinanderdriften der Planeten und Sterne am äußeren Galaxienrand. Erst in jüngster Zeit wurde im Zentrum unserer Milchstraße, das gewaltige »schwarze Loch« "Sagittarius A" entdeckt. Es hat eine Masse von circa 3 Millionen Sonnen. Riesige Mengen Gas saugt Sagittarius A unentwegt auf, wobei ein Teil wieder als Plasmajets ausgestoßen wird, die dann als Radiostrahlen auf irdische Parabolantennen sichtbar sind. So ist der Innenraum unserer Galaxie noch mit vielen Fragezeichen versehen und verbirgt wohl noch viel ungeklärte Phänomene
Unser Sonnensystem hatte seinen Anfang vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Auslöser dieser Planetengeburt war vermutlich das zufällige Umherschwirren von Gasmolekülen in der interstellaren Materienwolke, die sich in den Spiralgalaxien an den äußeren Spiralarmen konzentriert. Immer wieder geben Gasteilchen den viel größeren Staubkörnern einen Schubs und lassen sie aufeinanderprallen. Durch diese sogenannte "Brownsche Molekularbewegung" entstehen lose Gebilde wie Staubfusseln. Erst wenn diese Planetenkeime ihre Masse durch weitere Zusammenstöße vervielfacht haben, bestimmen andere Einflüsse, etwa die Schwerkraft, ihr Wachstum. Die so durch Verklumpung entstandene, unförmig rotierende, Stau- und Gaswolke, gilt bei den Wissenschaftlern als unstrittige Brutkammer der Planeten.
Durch Fliehkräfte steigt die Rotation dieser Materiewolke, Schwerkräfte erhöhen dadurch ihren Innendruck. Hält der innere Druck die Schwerkraft nicht stand, kollabiert sie unter ihrer eigenen Masse. Zentrifugalkräfte verhindern jedoch, dass die gesamte Materie in die Mitte stürzt; statt dessen bildet sich ein flacher Kreisel aus. Damit im Zentrum dieser Staubscheibe die Abgrenzung eines Sterns möglich ist, muss der rotierende Wirbel an Schwung verlieren. Dies geschieht durch das ausströmen von Gasteilchen in Polrichtung. Diese "Jets" haben nun die entscheidende Aufgabe, in nur wenigen 10.000 Jahren, ein Teil der Rotationsenergie aus diesem System zu nehmen. Etwa 100.000 Jahre nach dem Kollaps, so berechneten Astrophysiker, müsste sich bereits eine stabile Materiescheibe ausgebildet haben. In weiteren 100.000 Jahren bilden sich durch verklumpen von Staubkörnern kleine Asteroiden, die um den Jungstern kreisen. Aus ihnen entwickeln sich, nach wenigen Millionen Jahren, ausgewachsene Planeten.
Diese in den 50er Jahren von dem Astrophysiker J. Blum und seinem Team entwickelte These konnte erstmals in der Praxis simuliert werden. Die Forscher aus Jena benutzen feinsten Staub (mit einem Durchmesser von 2 tausendstel Millimeter), mischten ihn mit Gas und füllten es in eine Vakuumkammer, die zuvor in eine Raumfähre ins All expitiert wurde. An Bord des Space Shuttle "Discovery" wurde nun im Herbst 1998 Millionen von Daten und Bildern aus dieser kosmischen Simulation gesammelt. Die von den Computern bestätigte Möglichkeit der Planetenzüchtung wurde im Mai 1999 durch die Forschungsrakete "Masser 8" nochmals, mit einem neuen Modellversuch, zur Erkenntnisüberprüfung auf 300 km Höhe geschossen. Das Modell der Scheibentheorie erklärt auch plausibel, die unterschiedliche Beschaffenheit der Planeten. Im Inneren der protoplanetaren Wolke ist verschmolzene Materie Mangelware, da sie entweder vom Stern verschlungen, oder vom Sonnenwind nach außen gedrückt wird. Zudem können flüchtige Elemente in der Gluthitze kondensieren. So konnte sich nahe der Sonne nur ein mickriger Merkur bilden.
Weitab vom Zentralgestirn gelang es hingegen den Giganten Jupiter soviel Masse einzufangen, dass seine Schwerkraft ausreichte auch große Gasmengen an sich zu binden. Zum Leidwesen der Himmelsforscher fehlt der letzte Beweis für ihr Modell der Planetengeburt, da noch niemand die Geburt von Sterntrabanten, aus einer Nebelscheibe in unserem Universum, mit einem Teleskop erspähen konnte. Doch es mehren sich immer häufiger die Indizien für diese These.  Unter anderem wiesen Astronomen der University of Colorado, 1998 ungewöhnlich große Staubkörner in der Nähe dreier junger Sterne im Orion-Nebel nach. Mit schätzungsweise einem hundertstel Millimeter Durchmesser, sind die Teilchen zwar weit vom Planetenstadium entfernt, aber immerhin hundertmal größer als der Staub ringsum.
Sicher ist, dass wohl nach den beschriebenen Materienverklumpungen, vor etwa 5 Milliarden Jahren, unzählige Asteroiden sowie Meteoriten, mit einem Durchmesser von wenigen Millimeter bis zu 400 km, unsere Sonne umkreisten. In diesem Sonnengürtel von Himmelskörpern, kam es oft zu Kollisionen und zu einer Verschmelzung von Materie. Durch immer wieder neue Zusammenstöße von Materienbrocken vergrößerte sich das Volumen einzelner Planeten, wodurch sich, proportional zur Masse, ihre Gravitation erhöhte. 
In dieser interplanetarischen Entwicklungsphase entstanden 9 Planeten, die unsere Sonne seit Milliarden von Jahren, am äußeren Rand der Milchstraße umkreisen. In jüngster Zeit wurde ein zehnter Planet entdeckt "der Planet X", dieser am weitesten von der Sonne entfernte, im dunklen verborgener Planet, hat etwa die Größe des Planeten Plutos. Entdeckt wurde er bei der Vermessung von Flugbahnen einiger  Kometen, die unser Sonnensystem durchkreuzten.
Die Sonne bildet den Kern in diesem Planetensystem. 750.000 Jahre vor der Entstehung des Sonnensystem wurde die Sonne durch die Explosion einer Supernova geboren. Dies erkannte man an der chemischen Struktur der Meteoriten. Sie stellen das Urmaterial des Sonnensystems dar und haben ihre chemische Zusammensetzung seit ihrer Entstehung nicht mehr geändert. Die radioaktiven Isotope (Isotope eines Elements enthalten die gleiche Anzahl an positiven Protonen, aber unterschiedliche Anzahl an Neutronen) der Elemente Magnesium und Aluminium lassen sich nur durch die Kernprozesse während einer Supernota-Explosion erklären. 
Der Fixstern umkreist mit seinen Planeten das galaktische Zentrum mit einer Geschwindigkeit von 200 Kilometer in der Sekunde und braucht für eine Umkreisung der Milchstraße  etwa 200 Millionen Jahre. Die Planeten wiederum werden durch die Kraft der Gravitation in eine elliptische Umlaufbahn um die Sonne gezwungen. Durch die gewaltige Masse der Sonne sind nicht nur die einzelnen Planeten fest in ihrer Umlaufbahn um die Sonne gebunden, je näher ein Planet um die Sonne kreist um so schneller muss seine Fluggeschwindigkeit sein. Würde er zu langsam fliegen so würde die Anziehungskraft der Sonne ihn abstürzen lassen und mit seiner die glühende Masse verschlingen. So  benötigt unsere Erde, mit einer Fluggeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Sekunde, ein Jahr um die Sonne zu umfliegen; Pluto dagegen benötigt für einen Umlauf um die Sonne 284 Jahre. Auch viele Kometen aus der galaktischen Tiefe kehren in einem festen Zyklus immer wieder in das Planetensystem der Sonne zurück. Kometen, die in einem durchschnittlichen Zyklus von 10 Jahre in unser Planetensystem eindringen, bestehen zum größten Teil aus Eis und Staub. Ihre Flugbahn wird von der Gravitation der Sonne und deren Planeten beeinflusst, so dass sie bei ihrer elliptischen Flugbahn durch unser Sternensystem immer wieder in die Nähe der Sonne gelangen. Hierbei erhöht sich ihre Temperatur, dass Eis schmilzt und der typische Kometenschweif aus Gas und Staub entsteht. Die kleinste Veränderung im Gravitationsfeld dieser Flugbahnen könnte den Asteroiden oder Kometen aus seiner Umlaufbahn werfen. Die Folge wäre eine unberechenbare kosmische Bombe, die von der Gravitation  andere Planeten oder Sterne angezogen würde (so z.B. auch von unserem Planeten Erde) und auf ihn einstürzen würde. Diese sogenannten Vagabunden kommen in der Regel aus der kosmischen Tiefe des Planetengürtels, der zwischen Mars und Jupiter seine Grenzen hat. Die Planetoiden haben einen Durchmesser bis zu 100 Kilometer. Die Kometen wiederum stammen aus der Urwolke der interplanetarischen Asche das unser Sonnensystem umhüllt.
Durchkreuzt nun unsere Erde auf ihrer Sonnen-Umlaufbahn die Staubpartikel eines  Kometenschweifs, so verglühen die Partikel durch die Reibungshitze in unserer Atmosphäre. Am Horizont leuchten sie als sogenannte Sternschnuppen. Diese, auch Meteore genannt, schießen mit Geschwindigkeiten um 250.000 Kilometer pro Stunde in die oberen Schichten der Atmosphäre und werden blitzartig abgebremst, dabei wird Energie in Form von Wärme und Strahlen frei. Der Vorgang führt zu dem Aufleuchten in rund 100 Kilometer Höhe.

Siehe: Die Leoniden kommen
Unsere Erde entwickelte sich vor etwa 5 Milliarden Jahre, ebenfalls nach der Theorie der Materienverklumpung, zu einem immer größer werdenden Trabanten. Da aber, in relativer Erdnähe der Planet Jupiter, mit seinem viel größeren Volumen (Durchmesser 141.700 km und 16 Monde) und die damit verbundene Anziehungskraft, ein Schutzschild für unsere Erde bildet, waren die Einschläge größere Meteoriten  relativ selten. Auch heute noch übernimmt der Planet Jupiter diese schützende Aufgabe für unsere Erde. Ohne die gewaltige Anziehungskraft des Jupiters wäre wohl unsere Erde von Kratern der vielen Meteoriteneinschläge übersät und eine Lebensentwicklung wohl kaum möglich gewesen.  
Trotz Jupiters Anwesenheit, stürzten in der Urfase der Erdentwicklung (vor etwa 4,5 Milliarden Jahren), durch die hohe Anzahl der Erdnahen Meteoriten und der zunehmenden Masse, immer neue Asteroiden-Brocken auf unsere Erde. Diese gewaltigen Explosionen verursachten einerseits eine weitere Vergrößerung des Erd-Volumens, anderseits wurden durch die unablässigen Detonationen eine brodelnde und glühende Erdoberfläche aus Feuer und Lava geschaffen. Allmählich verbrauchte sich der kosmische Trümmervorrat von unzähligen Materienbrocken die um die Umlaufbahn der So
nne kreiste, sodass die Einschläge auf unserm Planeten immer seltener wurden. Etwa 500 Millionen Jahre benötigte unsere Erde um ihr Volumen durch die Verklumpungs- und Kollisionsmechanismen abzuschließen.
Die Erde besaß zu diesem Zeitpunkt noch keine Atmosphäre und war in ihrer Achselage noch sehr unstabil. 
Die Erdeoberfläche  brodelte aus ihrer glühenden Kruste; heftige Vulkanausbrüche und Fontänen aus Dampf und Staub ließen immer wieder Wasseransammlungen aus dem Inneren des Erdmantel Verdampfungen.

Ein riesiger Asteroid von der Größe des Mars raste zu dieser Zeit auf unsere Erde zu, so dass es zu einer Kollision kam. Der Himmelskörper verdampfte dabei teilweise. Lavafontänen aus dem Einschlagkrater des Erdinneren schossen ins All. Der Gesteinsstaub bildete einen Ring um unseren Planeten. Aus den Trümmer dieser Staubwolke verdichteten sich die Partikel zu einem immer größer werdenden Steinsbrocken, aus dem sich dann schließlich der Erdtrabant  "Mond" entwickelte.
siehe:  Der Mond
Zeuge dieser stürmischen Urzeit sind die "Zirkonen- Minerale. Das hadeanische Wirtsgestein aus Magmakristallen ist längst vergangen und im Erdinneren verdampft. Die Kristalle aber überlebten die Höllenglut und tragen eine geologische Uhr, die mit ihrer Entstehung zu ticken begann. Der geologische Zeitmesser ist der Zerfall des Urans zu Blei, Ihr Mengenverhältnis bestimmt Anfang und Alter der Probe. So zeigt sich, dass die Erdkruste vor etwa 4,4 Milliarden Jahre erstarrte -rund 100 Millionen Jahre nach ihrer Entstehung. Da die Wissenschaft annimmt, dass dieses Gestein durch Wasser abgekühlt wurde, existierte wohl zu dieser Zeit flüssiges Wasser. Durch unzählige Verdampfungen von Wasser,  Gas und Magma  entstand schließlich die erste Atmosphäre, die unsere Erde zusätzlich vor größeren Meteoriteneinschläge schützte und das kondensierte Wasser vor der weiteren Verdampfung ins All bewahrte. Nun konnte das Gestein schneller abkühlen und es entstanden die ersten beständigen Weltmeere. 

Die Evolution des Lebens konnte nun seinen Anfang nehmen.


siehe:
Wichtige Daten über die Erde:

 

Der Mond

Üd.:06.2002 Die Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten "Mond" ist und wurde bis heute nicht eindeutig, wissenschaftlich nachgewiesen. Aus den Erkenntnissen komplizierter Computersimulationen entwickelten die Wissenschaftler drei verschiedene Versionen.
Die 1.These besagt, dass der Mond sich mit der Erde zusammen entwickelt hat. Materienverklumpung und Meteoriteneinschläge haben ihn zu einen Trabanten der Erde entstehen lassen. Doch dann müsste die elementare Zusammensetzung aus den gleichen Elementen die der Erde bestehen. Der Mond besitzt aber kein Eisen, welches auf der Erde reichlich vorkommt, so dass eigentlich der Entstehungsort und die Entwicklungszeit nicht mit der Erde identisch sein kann. 
Die 2. These ist, dass der Mond aus der Tiefe der Galaxie kommt und von der Anziehungskraft der Erde eingefangen wurde. Dies ist aber nach wissenschaftlichen Berechnungen nur dann möglich, wenn ein dritter Planet mit seiner Masse und Anziehungskraft daran beteiligt war, was nach wissenschaftlichen Kenntnissen nicht nachweisbar ist. 

Die jüngste und wohl heute von den meisten Wissenschaftlern anerkannte Version ist, dass ein riesiger Meteorit, von der Größe des Mars, vor circa vier Milliarden Jahren unsere Erde rammte. Lavafontänen schossen über 100.000 Kilometer hoch ins All. Eine gewaltige Dampf- Staub- und Gesteinswolke vereinte sich zu einem umspannenden Ring  Durch Materienverklumpung (s. Scheibentheorie) und weitere Verschmelzung der Materie durch Meteoriteneinschläge vergrößerte sich seine Masse zu dem heutigen Erdtrabant Mond. Dies würde auch das fehlende Element Eisen erklären, da die zurückgeschleuderte Materienwolke nach der Kollision aus den Elementen der eingeschlagenen Meteoriten stammt. Der für unseren Planeten fast tödliche Einschlag war für die spätere Evolution der Erde und die Entstehung des Lebens eine wichtige Voraussetzung. 
Sicher ist, dass unsere Erde, wie viele andere Planeten, von einem Mond begleitet wird. Die Gravitation des Mondes verursachte auch die Schieflage der Erdachse und beschleunigte die Erdrotation, was zu dem relativen raschen Wechsel von Tag und Nacht führte (auf der Venus zum Beispiel dauert ein Tag 243 Erdtage.) Weil der Himmelskörper zugleich das Festland zweimal täglich um 26 Zentimeter anhebt, sei er, so vermuten einige Forscher, auch an der Entstehung von Erdbeben nicht ganz unschuldig. Doch das sind nur Kleinigkeiten: Ohne Anwesenheit des Mondes, so haben Astrophysiker herausgefunden, würde das Wetter auf der Erde verrückt spielen, es käme unablässig zu dramatischen Temperaturschwankungen, so dass höhere Lebensformen wohl nicht entstehen könnten. Diese Erkenntnis verdanken die französischen Forscher, Jacques Laskar und Philippe Robutel den umfangreichen Computersimulationen. Nach ihren Berechnungen schwanken die Rotationsachsen der Sonnenplaneten im Laufe von Jahrmillionen auf geradezu chaotischer Weise. Der Neigungswinkel der Marsachse beispielsweise schlingerte in den vergangenen 45 Millionen Jahren ständig zwischen 0 und 60 Grad hin und her. Die Venusachse kippe im Laufe von Millionen  Jahren völlig um. Nur die Erdkugel glitt immer schon vergleichsweise ruhig durchs All. Ermöglicht wird dies, so die Forscher, durch die Anziehungskraft des Mondes. Sie wirkt wie eine Fessel und verhindert, dass die um 23,3 Grad gekippte Erdachse um nicht mehr als 1,3 Grad hin- und herschwankt. Doch auch diese Schwankungen reichen aus, um auf der Erdoberfläche, für klirrende Eiszeiten und brütende Warmperioden zu sorgen. Da sich der Mond zusehends um drei Zentimeter pro Jahr entfernt, wird sein Einfluss auf unser Klima in den nächsten Jahrmilliarden schwinden.


5. Zyklus

Die ersten Bausteine des Lebens vor 4 Milliarden Jahre.

Üd.: 03.2002 Jahrtausende lang war die Frage nach den Grundlagen des Lebens ein religiöses - philosophisches Thema. Erst vor 250 Jahren wurde die Entstehung des Lebens auch eine Frage für die Wissenschaft. Im Europa der Aufklärung, hing man einer Theorie des Aristoteles an, nach der sich alles Getier aus Abfällen bildet. Nur der Mensch wurde durch Gottes Atem belebt.  Die Vorstellung der Evolution wurde zudem durch ein Paradigma blockiert, das aus den verfeindeten Lagern der "Uniformitarier (Erde u. Leben entwickelt sich aus den Kräften von Klima und Witterung) und die Katastrophisten (Das Leben wird durch Katastrophen vernichtet u. Gott schafft immer wieder neue Arten) bestand.
Der Naturforscher  und Hobby-Biologe Charles Darwin (12.02.1809 - 19.04.1882) hatte mit seinem Buch "Entstehung der Arten" eine neue Evolutionstheorie entwickelt, indem die Entstehung neuer Arten durch die Mechanismen der Mutation und Selektion gesteuert werden. Population als Ausleseprinzip, ein Evolutionsprozess der ohne Schöpfer und Planer auskam war zunächst ein religiöser Schock, da er mit den vergangenen Glaubenstheorien ein Ende setzte. Der Mensch war nicht nur verwandt mit dem Affen, der Weg der menschlichen Entwicklung ist ein evolutionärer Zufall ohne Ziel. 
                         
- aus dem chemischen Chaos zur biologischen Ordnung -
Doch die Frage, woher diese ursprünglichen Spezies kommen, umging der Evolutionsforscher sorgsam in seinen Büchern.
Angesichts der höllischen Zustände in den Anfängen der Erdgeschichte stellte sich überhaupt die Frage nach der Möglichkeit für die Entstehung des Lebens: die zu den größten Rätseln gehörte. 
"Stanley Miller" war einer der ersten Forscher der dieses Rätsel lösen wollte. 1953 konstruierte der Chemie-Doktorand  in seinem Labor der Universität von Chicago eine Uratmosphäre aus Wasserstoff, Methan, Ammoniak und Wasserdampf in einem abgeschlossenen Gasbehälter, der mit vielen Messgeräten versehen war. Nach seiner Meinung war diese Ur-Atmosphäre möglicherweise der Indikator für die Entstehung des Lebens. Mit elektrischen Entladungen simulierte er die gewaltigen Gewitter, die in der damaligen Atmosphäre unablässig stattfanden. Die Folge war, dass in dieser chemischen Ursuppe, durch elektro-chemische Reaktionen, sich Eiweißbruchstücke in Form von Aminosäuren anreicherten. Dies war der erste Beweis, dass bei der Entstehung des Lebens es sich um einen chemischen Vorgang gehandelt haben muss. Die Testergebnisse waren zu dieser Zeit eine Sensation und erbrachten zumindest die Möglichkeit, aus Wasser und Gas grundlegende Lebensbausteine herzustellen. Tausendfache Laborversuche bestätigten Millers Nachweis und stellten alle damaligen religiösen und wissenschaftlichen Theorien, über die Geburt des Lebens, in Frage. 
Aber, die experimentelle Ursuppe hätte noch tausend Jahre vor sich hinköcheln können, ohne dass sich aus den ersten Proteinschnipseln nur ein einziges komplexes Protein oder RNA-Molekül gebildet hätte. 
Erneute Untersuchungen über organische Substanzen ergaben, dass in der Anfangszeit der Erdentwicklung Lebensbausteine aus dem Weltraum auf unseren Planeten gelangten. Wie schon erwähnt enthält der interstellare Staub, der das All durchzieht, eine Reihe potenziell lebenserzeugender Moleküle,  die sich u.a. aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel zusammensetzt.  Meteoriten die auf die Erde niedergehen sind Träger solcher organischern Subtanzen. Über eine halbe Milliarden Jahre wurde die Erde nach ihrer Entstehung unablässig von Meteoriteneinschläge überschüttet. Schon bald überzog den leblosen Planeten eine dunkle organische, schmierige Schicht, ein kohlenstoffreicher Film, von Regen und Meteoriten abgelagert. Nach Ansicht des belgischen Biochemikers und Nobelpreisträger Christian de Duve ist es möglich, dass irgendwo auf der Urerde in diesem organischen Schmierfilm sich eine größeren Molekühlanordnungen formte, die sich irgendwann selbst vervielfältigte und schließlich zu den ersten Einzellern führte.
Obwohl nur 1/1000stel dieser Mitreisenden Aminosäuren überlebten, konnten sie die Entwicklung der organischen Natur in Gang gebracht haben. Diese "Panspermie” -These" wurde durch Untersuchungen von Astronauten bestätigt. Sie entdeckten außerhalb unserer Atmosphäre einfache Moleküle und Formen von Aminosäuren, so dass Meteoriten und interplanetarische Staubpartikel als Transportvehikel in Frage kommen könnten.  Aber können Lebewesen überhaupt die Wucht und die Hitze eines Aufpralls, sowie die Reise, die eisige Leere des Universums mit seinen tödlichen UV- und Gammastrahlen überleben und dies womöglich über Hundertausenden von Jahren? Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Günter Fuhr (Humboldt- Universität Berlin) und Forscher von Cloude-Alain Roten am Institut de Genetique et de Biologie Microbiennes der Universität Lausanne (Schweiz) haben zahlreiche primitive Lebewesen wie Archaea, Schneealgen und sogar hohe Lebewesen wie Bärtierchen (Tardigardia) untersucht und staunten über ihre Widerstandsfähigkeit. Diese urtümlichen Lebensformen fühlten sich in kochendem Wasser genauso wohl wie unter einer kilometerdicken Eisdecke. Tödliche Gammastrahlen von 250facher stärke widerstanden sie ebenso wie den Aufprall einer Kanonenkugel, oder den 6000fachen Atmosphärendruck. So ist zumindest der Beweis erbracht, dass die Urformen des irdischen Lebens auch die Anforderungen im schutzlosen Vakuum des Universums überleben können. 
1999 ist die Panspermie-Hypothese durch Experimente, unter der Leitung des NASA - Astrologen Lou Allamdala, erneut  bestätigt worden. Danach entsteht in dem Staub- und Gaswolken die sich aus den  explodierenden Sternen bilden, unter den Einfluss der UV-Strahlung, "Wasser". Innerhalb dieses Weltraumwassers formen sich  Kohlenwasserstoffe zu Zellgroßen Tröpfchen, welche die tödliche Strahlung resorbierten und somit die organischen Moleküle in ihrem Inneren vor der Zerstörung schützten. Zellen, Mikroben oder chemische Verbindungen könnte somit in Kometen viele Millionen Jahre überleben; denn Kometen bestehen zum Großteil aus Eis - und das schmilzt in der Nähe von Sternen zu Wasser. Da auf der Erde täglich Tonnen des kosmischen Staubs herabregnen, könnte der Mythos vom Himmel -"Uranos" der die Erde "Gaia" befruchtet- in seiner modernen Version sich als realistisch bewahrheiten.
Die Geschichte über das Lebens aus dem Weltraum ist bis heute wohl auch noch nicht zu Ende gedacht.
siehe Link: 
"Hinweise auf Organismen auf Mars und Jupitermond"
"Sind wir allein im Universum"
Doch wann und wie lief der Prozess der molekularen Evolution an?
1995 entdeckte der US-Geologe Steven Mojzsis in den Einöden Grönlands in dem ältesten Gestein der Erde, winzige Kohlenstoffkörner die in dem Gestein seit Urzeiten  eingeschlossen waren. Mit Hilfe der Ionensonde konnte man die verschiedenen Kohlenstoff-Isotope Analysieren. Lebende Organismen verwenden  bevorzugt das Kohlenstoff-12-Isotop zum Bau ihrer Aminosäuren und DNS, da dieses etwas leichter reagiert  als Kohlenstoff-13, der in seinem Kern ein Neuron mehr besitzt. Tatsächlich enthielten die Proben aus Grönland außergewöhnlich hohe Anteile an Kohlenstoff-12, somit waren diese Kohlenstoffreste der sensationelle Beweis, für die Überreste von Kleinstlebewesen vor 3,9 Milliarden Jahren. Dieses frühe Entwicklungsstadium der Erde war die Endphase der schweren und zahlreichen Einschläge der Meteoriten und Asteroiden. Die Uratmosphäre bestand aus Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, Wasserdampf und Stickstoff (Ammoniak wie H. Miller vermutete enthielt die Atmosphäre nicht), dennoch gab es zu dieser Zeit Leben in Form von Bakterien.
Ein weiterer Beispiel, dass in dieser Zeit der kochenden Ozeane, die Vorboten des Lebens aufgekeimten, zeigen  die Analysen des gemeinsamen Gen-Codes aller irdischen Kreaturen, die der Göttinger Physikchemiker und Nobelpreisträger Manfred Eigen durchgeführt hat. Er konnte nachweisen, dass die Sprache des Erbgutes schon vor 3,8 Milliarden Jahren entstanden ist. Wie war das möglich?
Die häufigsten Subtanzen auf der Urerde waren einfache Verbindungen: Gase mit nur einem Kohlenstoffatom pro Molekül, wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid. Die wichtigsten Bausteine des Lebens sind aber Kohlenhydrate (Zucker), Lipide (Fette) und Aminosäuren (Eiweiße), sie enthalten Dutzend von Kohlenstoffatome. Viele dieser Molekühle müssen sich ihrerseits zu Polymerketten und anderen Molekülanordnungen verbinden, um somit die Voraussetzung für das Leben zu schaffen.
Durch die harte UV-Strahlung waren die damaligen Voraussetzungen für solche stabile chemische Reaktionen sehr ungünstig. Die Strahlung spaltete die Molekülverbindungen ebenso schnell auf, wie sie sich bildeten. Die ersten komplexen Kohlenstoffverbindungen brauchten also Schutz vor der Sonnenstrahlung.
Neuere Forschungen belegen, dass offenbar "Minerale" an allen wichtigen Schritten des Leben passiv und aktiv beteiligt waren. So haben Forscher nachgewiesen, dass Elemente aus gelösten Mineralien, etwa Schwefel, als biologische Moleküle eingebaut wurden. Schutz vor der zerstörerischen UV-Strahlung boten zunächst unzählige winzige Kammern im Gestein. Das alleine reichte aber nicht aus um Molekülschnipsel zu komplexen Veränderungen zu organisieren. Der aktive Ur- Katalysator, so entdeckten die Wissenschaftler, war die elektrisch geladene Oberfläche einiger Mineralien, wie zum Beispiel "Ton" oder der "Pyritkristal". Durch die ionisierte Anziehung der Mineralstoffe kam es zur Zwischenlagerung von organischen Molekülen. Diese erzwungene Annäherung erzeugte wiederum chemische Reaktionen die zu komplexen molekularen Verbindungen führte. In einer Aufsehen erregenden Versuchsserie wiesen amerikanische Forscher vom Rensselaer Polytechnic Institute im Staat New York nach: "Tone" können als Gerüst für die Bausteine der RNA dienen.   - das erste sich replizierende Molekül, mit dem die Evolution begann entstanden unter den aktiven Schutz der Mineralien -

Bei diesem Versuchsobjekt wurde vermutlich auch das Rätsel gelöst, warum es bei den Aminosäuren, im Gegensatz zu allen anderen organischen Molekülen, keine Varianten in der rechts- und linkshändigen Formen aufweist. Die fast 100 Prozent linkshändige Dominanz der Aminosäuren  basiert möglicher weise auf den besonderen Eigenschaften des Calcit - Kristalls. Der Kalkstein bildet spiegelbildliche Kristallflächen die sich entsprechend mit links- und rechtshändigen Aminosäuren verbindet. So ist es möglich, dass die linkshändige Variante aus purem Zufall von dem Molekül der ersten sich selbstvermehrenden RNA bevorzugt wurde und somit der Vorläufer aller irdischen Lebensformen darstellt.
Es stellte sich nun die Frage, wie konnten die ersten RNA-Moleküle sich selbst vervielfältigen?
Ein Einzelstrang RNA kann seine Basenpaare komplementär an ein zweites Basenpaar andocken. Wenn dieser zweite Strang nun wiederum einen dritten Strang mit dessen Basenpaar ebenfalls komplementär anzieht, liegt das erste RNA-Molekül in seiner Ausgangsform vor. So kopierte sich die erste RNA selbst, allerdings mit vielen Fehlern und Ungenauigkeiten gegenüber der Ausgangsmatrize, zum Vorläufer der Erbinformation tragenden DNA. Die bahnbrechende Neuerung in der Entstehung des Lebens war, die Verdoppelung der Moleküle mit der Möglichkeit zu entwicklungsgeschichtlicher Verbesserung durch Variationen, Konkurrenz und Selektion. Die Chance der Evolution war die Selektion durch fehlerhafte Kopien, dessen Varianten sich zum Beispiel als stabiler oder angepasster und somit als vorteilhafter erwiesen - Eine Darwinsche Evolution auf molekularer Ebene-
Die zur Trennung der Moleküle benötige Energie könnte nach dem Münchener Chemikers Professor "Wächterhauser" zum Beispiel aus der elektrischen Entladung eines "Pyritkristalls" entstehen.
Aus dem Erdinneren der Urmeere  stießen, die  sogenannten "Schwarzen Raucher" (vulkanische Bodenöffnungen), Schwefelgase mit gelöstem Eisensulfid aus dem kochenden Wasser aus.  Dieses Eisensulfid reagiert mit freien Sulfid zu Pyrit, besser bekannt als Katzengold. Noch heute bildet sich “Pyrit” aus dem Schwefel- und Mineralreichem Wasser, das mit einer Temperatur von über 100°C, am Boden der Ozeane zu finden ist. An der Oberfläche des positiv geladenen Metalls, sammeln sich viele frei, im Meerwasser herumschwimmende,  negativ geladene Moleküle. Durch diese Anreicherung von chemischen Verbindungen kommt es, nach Wächtershäusers Theorie, zu vielfältigen Reaktionen, bei denen Stoffe wie Essigsäure, Pyruvat, aber auch Aminosäuren und Lipide entstehen können; Stoffe die in allen Lebewesen von entscheidender Bedeutung sind. Durch die ionisierte Bindungsenergie blieb    der Molekular-Zyklus auch ohne Zellhülle in seinem Verband. Derartige Reaktionsmechanismen benötigen auch keine spezielle Bindungen oder Temperaturkonstanzen wie man früher annahm. Schon bei geringen Temperaturen trennen bzw. reißen sich Nukleotide der RNA-Moleküle von dem Basisstrang los und gehen neue Verbindungen ein. So war auch klar, das kein irdisches leben  ohne Eiweiße und Gene exsistiert, beide sind innig verbunden, Gene machen Eiweiße und Eiweiße machen Gene.   
Eine weiterer Beweis für die selbstreplizierende Fähigkeit von Molekülen gelang den  amerikanische Biologen1982 durch die Entdeckung der "Ribonukleinsäure" dieses  sogenannte “Ribozyme” erwiesen sich als wahre Zauberkünstler. Sie können sich ohne die Hilfe anderer Eiweißmoleküle vermehren. Dieses aus Glucose und anderen komplizierten Molekülen stammende Ribozym war Ei und Henne zugleich. Ihre molekularen Verbindung hat einen Code über den der chemischen Aufbau ihrer Eiweißstruktur gespeichert wird (also einen Katalysator für ihre eigene Vermehrung). Es bestand bei den Wissenschaftlern kein Zweifel mehr daran.
       Das Leben auf unserem Planeten hat mit einer Nukleinsäure, die sich selbst reproduziert, begonnen.   

Im Laufe dieser Entwicklungsphase wurden dann, durch immer neue Zyklen auch Nebenprodukte neu geschaffen, die ein komplizierter und energieaufwendiger. Durch unzählige Molekularverknüpfungen entwickelten sich Mutanten, die dem Aufbau einzelner Aminosäuren, Nukleinsäuren, bis hin zum Zyklus der Zitronensäure entsprachen. Als dann Peptidverbindungen ihre Nebenprodukte, in Form von Fetten, zu nutze machten, entwickelte sich daraus die wichtige Schutzhülle für die Zellorganellen. Diese Zellmembran war nun die letzte Entwicklungsstufe für einen in sich geschlossenen Organismus, der die kleinste Einheit des Lebens darstellt. Diese Zelleinheit beinhaltet durch die Doppelhelix (Doppelspirale) der DNA alle (Erb)- Informationen in Form von Genen, die für den Aufbau des Lebens nötig sind. Der Übergang zwischen unbelebter und belebter Materie war wohl mit einiger Sicherheit die biochemische Lebensform von sich selbst reproduzierenden Molekülketten in Form einer RNA. Diese primitive Erbsubstanz ermöglichte den ersten Lebensformen bereits, andere Moleküle wie Aminosäuren in ihre Membran zu übernehmen, also Nahrung aufzunehmen, zuwachsen und sich weiter zu vermehren.
 


Eine weitere und neue These über die Entstehung des Lebens entwickelt zur Zeit der Physikprofessor Hauke Trinks. Seine These:
"Eis als als kalter Brutkasten für die ersten Zellen des Lebens".
Seine Forschungsergebnisse aus dem ewigen Eis zeigen, dass Eis aus gefrorenem Salzwasser, gegenüber Süßwasser, eine besondere Eigenschaft aufweist. Es sammelt sich, wie in einem Schwamm, eine flüssige Salzlake an. An den Grenzflächen zwischen fester und flüssiger Form sammeln sich im gefrorenem Salzwasser  Bakterien. Die Temperatur ist zwar unter Null Grad, aber sie ist konstant, dadurch können sich im Winter im Eis Nährstoffe anreichern. Mit dem ersten Tageslicht im Frühjahr vermehren sich Algen und Plankton explosionsartig, wobei sie im Sommer wieder absterben. Ihre Verwesungsprodukte sind die Nahrungsvorräte der Bakterien, -So der Physiker Trinks-
 Die Bakterien haben sich zwar im Laufe der Jahrmillionen verändert. Die physikalischen Bedingungen seien aber die selben wie vor 4 Milliarden Jahren, als das Leben entstand. Einst haben sich vermutlich, in den Urozeanen, organische Moleküle, Aminosäuren und Proteine gebildet. Das alleine genügte aber nicht um Leben herzustellen. Die unterschiedlichen Moleküle mussten durch Selektion und molekulare Anreicherung sortiert werden. Und genau dies habe sich im Eis abgespielt. Durch Strömungen im Eis werden konzentrierte Lösungen und Subtanzen in ihre Bestandteile getrennt. Das Eis wirkt dabei als Katalysator, wobei freigesetzte Produkte sich durch Strömungsverschiebungen mit anderen Subtanzen anreichern. Bei diesem Vorgang entstehen zwangläufig neue organische Moleküle und Bakterien.
Zwar ist diese These von H. Trinks noch nicht in allen Einzelheiten bewiesen, doch seine Arbeitshypothese wollen Forscher im Labor experimentell nachweisen. 

6. Zyklus

Entwicklung von mehrzelligen Lebewesen
vor 2 Milliarden Jahren
 

Üd.: 03.2002 Der Übergang zwischen unbelebter und belebter Materie war wohl mit einiger Sicherheit die biochemische Lebensform der sich selbst reproduzierenden Molekülketten einer RNA. Diese primitive Erbsubstanz ermöglichte den ersten Lebensformen bereits andere Moleküle wie, Aminosäuren in ihre Membran zu übernehmen, also Nahrung aufzunehmen, zuwachsen und sich weiter zu vermehren.
Zu den einfachsten, noch heute lebenden Organismen zählen die sogenannten "Archaeabakterien. Diese  Mikroben wurden erst 1977 richtig erforscht, als Geologen in der Nähe der Galapagosinseln mit dem berühmten Tiefseetauchboot "Alvin" in eine Tiefe von 2600 Meter vordrangen. Sie entdeckten eine Vulkanlandschaft in völliger Dunkelheit mit einer Lebensfülle von Röhrenwürmer, Riesenmuscheln und Fischen. Auf dem Meeresgrund stießen schwarze Rauchschwaden mit großen Mengen Schwefelwasserstoff aus. Es wimmelte von Bakterien die offenbar die Grundlage der Tiefseefauna waren. Diese Ureinzeller sind die nächsten Verwandten der Archaeabakterien. Zur Energieerzeugung nutzen sie die Schwefelverbindungen der heißen Vulkanschlote aus. Anders als bei der Photosynthese der Pflanzen stellen bei dieser Chemosynthese nicht das Sonnenlicht, sondern chemische Subtanzen wie Methan oder Schwefelwasserstoff die Energie für die Lebenswichtigen Reaktionen zu Verfügung. Die sogenannten thermoacidophile Archeabakterien bevorzugen Lebensräume die heiß (bis 165 Grad Celsius) und säurehaltig sind, wie die Vulkanschlote unterseeischer Vulkane.
Der Wissenschaftlers "Carl Woese" untersuchte den Stammbaum der Archaeabakterien, die noch heute in der UNI-Regensburg bei 80°-100°C gezüchtet werden .Vor dieser wissenschaftlichen Untersuchung wurden Mikroben bzw. Lebewesen in "Prokaryonten" (Zellen ohne Zellkern) und "Eukaryonten" ( Zellen mit einem Zellkern) unterteilt. Lange Zeit galt diese einfache Zweiteilung. Wobei die "Eukaryonten" vor allem zu den Vielzelligen Organismen von der Muschel bis zum Menschen zählten. Die Einzelligen "Archaeabakterien" fasste man dagegen als "Prokaryonten" zusammen. Der amerikanische Forscher Carl Woese entdeckte, dass die Archaea stammesgeschichtlich nicht näher mit den Mehrzelligen Bakterien verwandt sind. Er unterschied 3 Gruppen von Lebewesen: 
Eukarya ( Zellen mit echtem Zellkern ) 
Bacteria ( Zellen ohne Zellkern ) 
Archaea" (Zellen ohne Zellkern aber mit anderen Merkmalen als die beiden anderen Gruppen)
Diese hitzebeständigen "Archaea-Bakterien" besitzen zwar keinen Zellkern, sind aber hinsichtlich ihrer Erbsubstanz den Eukaryoten näher verwandt. Die wissenschaftliche Schlussfolgerung war, dass ein Leben bzw. eine Zellvermehrung in den heißen Urmeeren vor 3,9 Milliarden Jahren biologisch möglich war. Diese, zwar weiter entwickelten Bakterien, bestehen aus den gleichen Basisverbindungen (Nukleinsäuren, Eiweiße, Kohlehydrate und Fette ), wie sie schon vor über Milliarden von Jahren in den Urmeeren existiert haben. 
Somit waren die Archaeabakterien wohl, nach Ansicht vieler Wissenschaftler, die ersten Einzeller.
Eine Weiterentwicklung des Lebens war ohne die chemische Verbrennung durch Sauerstoff wohl kaum möglich. Als sich die ersten Grundbausteine für das Leben entwickelten, lag der Anteil des freien Sauerstoffes in der Atmosphäre noch bei etwa 0,1% des heutigen Anteils. So spezialisierten sich die Zellen in den Urmeeren auf ihre Umgebung und die dort vorhandenen Energie- und Nahrungsangebote. In Pilbara (Australien) entdeckte man in Sedimenten aus dem Erdaltertum vor 2,9 Milliarden Jahren einen Blaualgenfriedhof mit Überreste der "Cyanobakterien", sie waren die ersten Mikroorganismen die das Sonnenlicht als Energiequelle nutzten. Dieser Stoffwechsel wurde zum größten Teil über die "Photosynthese"  gesteuert (fast die gesamte Pflanzenwelt und viele Bakterien lebt noch heute  durch diese Energiegewinnung). Das heißt mit Hilfe des Blattfarbstoffes "Chlorophyll" wird das Sonnenlicht absorbiert. Es entsteht eine gespeicherte, chemische Bindungsenergie in Form von zwei Photosystemen: Typ I und Typ II. In Pflanzen und den Cyanobakterien sind beide Typen sozusagen hintereinandergeschaltet. Durch die ionisierte Bindungsenergie wird Kohlenstoff aus dem Wasser oder aus der Atmosphäre aufgenommen und mit Wasser zu energiereichen Molekülen (Zucker, Fette, Eiweiße) synthetisiert, wobei Sauerstoff frei gesetzt wird.
Die Einzelligen "Cyanobakterien" (Blaualgen) eröffneten durch die "Photosynthese" ein neues Kapitel der Evolution. Große Mengen des Abfallproduktes Sauerstoff wurde einerseits an den Eisenatomen im Meer gebunden. Das verfügbare Eisen oxidierte zu Eisenoxid ( sog. Rost ) und sank auf dem Meeresgrund. Anderseits stiegen große Mengen des Sauerstoffs, aufgrund ihres leichteren spezifischem Gewichts, aus dem Meerwasser auf und verdunsteten mit den Wasser in die Atmosphäre , wo es in den Kohlenstoff - Sauerstoffkreislauf der Biosphäre einbezogen wurde. In Laufe der Jahrmillionen entstand nun durch diesen Prozess eine neue Zusammensetzung unserer Gashülle, die unsern Globus umgab.
Die Hauptbestandteile der heutigen Atmosphäre: (in Erdnähe)
Sauerstoff  (21%),
Stickstoff (78%)
Edelgase ca. (1%) (davon 0,4% Kohlensäure). 

Diese zusätzliche Sauerstoffanreicherung im Meer töte zunächst viele der ursprünglichen Einzeller, wobei die Blaualgen  als Einzeller schon vor 2,9 Milliarden Jahren die Fähigkeit besaßen , mit Hilfe von Ionen, dass Wassermolekül  anstelle von Schwefelmoleküle zu spalten und somit von anaeroben auf aeroben Stoffwechsel umzuschalten. Da diese Einzeller keine natürlichen Feinde hatten konnten sie sich in Milliarden von Jahre explosionsartig vermehrten.  
Etwa 2 Milliarden Jahre stagnierte das Leben in Form von Algen, Bakterien und  Mikroorganismen, die durch einfache Zellteilung ihre Erbinformationen (Verteilung der beiden DNS-Stränge auf die neue Zelle) weiter gaben. Dies entsprach etwa 70% der gesamten irdischen Evolutions-Zeit. In dieser biologischen Vervielfältigung wurden, wenn sich bei der Verdoppelung kein Schöpfungsfehler einschlich (sog. Mutation) die Eigenschaften der Mutterzelle 1:1 an die Nachkommenschaft weitergegeben.

Viele Bakterien die ihre Energie noch anaerob gewannen, hatten erst Äonen später, durch Mutationen, ihre harte Zellwand verloren (sogenannte Mycoplasmen). Dadurch konnten sie kleine Sauerstoffverarbeiteten Bakterien aufnehmen, wodurch eine dauerhafte symbiotische Beziehung zustande kam. (Immerhin liefert die Verbrennung von Sauerstoff 20mal so viel Energie wie ein anaerobe Gärungsprozess ).Diese mutierte Selektion ermöglichte ein neue Entwicklung des Über/Lebens in der Sauerstoffreichen Umgebung. Ein bis dahin völlig unbekanntes Fortpflanzungssystem hatte damit vor etwa 2 Milliarden Jahren ihren Anfang- Die "Sexualität"-.  Das Wunder der Kooperation. Ein noch heute lebendes Beispiel sind die Pantoffeltierchen, in ihr leben Algen, die mit Chlorplasten, Energie aus dem Sonnenlicht gewinnen und dem Wirt etwas davon abgeben. Zwar waren die ersten Formen des Sexes mehr oder weniger nur die Aufnahme von fremden Erbmaterial aus der Umgebung um sich neue Eigenschaften fürs überleben anzueignen. Doch  entwickelten sich immer neu Symbiosen zwischen Wirtzellen und Bakterien, die von ihren Bewohnern lebenswichtige Energie als Gegenleistung bekamen. Im laufe von Generationen wurden die einverleibten Bakterien zu regelrechten Organen, den Kraftwerken ihrer Wirtzellen. Zu den wichtige Organellen zählen die "Mitochondrien", sie sind u.a. für die Zellatmung (Energieumwandlung ) verantwortlich, dies ist eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung und die Vermehrung der Zelle. So entwickelte sich bei einem Sauerstoffgehalt von 0,5% vor etwa 1,2 Milliarden Jahren aus der Photosynthese Cyanobakterien mit sogenanten eukaryontische Zellen (Zellen mit echtem Zellkern). Je nach Energieverbrauch enthält eine eukaryontische Zelle mehrere Hundert Mitochondrien. (Bei den Einzellern Bacterica und Arechaea kommen z.B. die Organellen "Golgi-Apparat" und Wimpern zur Fortbewegung nicht vor). So wurde mit der Entstehung der Eukaryontischen Einzeller  wohl die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung mehrzelliger Organismen geschaffen.  Der Sex hat sich bei allen Lebensarten bis heute durchgesetzt. 99,9% der heutigen lebenden Tier und Pflanzenarten praktizieren und vermehren sich durch Sexualität.
"Sex sorgt für Vielfalt".

Erst bei den Mehrzellern haben sich wirklich die männlichen und weibliche Eigenschaften neu kombiniert und weitergeben, die sich dann sehr deutlich voneinander unterscheiden. Und das hat einen großen Überlebensvorteil. Wenn sich plötzlich die Umweltbedingungen ändern, wird im Gegensatz zu den sich ungeschlechtlich vermehrenden Arten wenigstens eine Form der Nachkommen überleben und damit auch die Art. 
Nach den heutigen Erkenntnissen wurde diese sexuelle und biologische Gleichgewicht durch sogenannte “Urwürmer” (deren Existenz erst heute entdeckt wurde), vor etwa 700 Millionen Jahren, bei einem Sauerstoffgehalt von 1% unterbrochen. Als diese Urwürmer sich vermutlich durch noch ungeklärten Umweltveränderungen schneller vermehrten als die übrigen Organismen, kam es zu einer Selektionsveränderung innerhalb der Organismen in den Tiefen der Ozeane. Durch die Vermehrung der Urwürmer wurde der Bakterienbestand, der als Nahrung der Urwürmer diente, verringert. Dies hatte zur Folge, dass viele Algen von der Zersetzung der Bakterien verschont blieben und auf den Boden des Meeres fielen. Die Sauerstoffreduzierenden Algen am Meeresgrund entwickelten nun eine Vielfalt von Meeresfauna, mit komplizierten Zellverbänden. Der folgenschwere Nahrungsmangel war somit der Beginn einer neuen Spezialisierung bzw. Anpassung auf diese umweltbedingten Zustand
           -  Selektion und Kooperation der Fortpflanzungsart durch Umwelteinflüsse -
Hinweise hierfür gibt die Einzelliege Alge "Chlamydomonas". Bei normaler nährstoffreicher Umgebung vermehrt sich diese Algen durch einfache Teilung. Bei Nahrungsmangel aber klumpten sich viele tausend zusammen und gehen eine Symbiose ein. Sie alle übernehmen wichtige Lebensfunktionen des Einzellers. Aus der Zelle mit einem DNS-Strang entsteht eine neue Form der Zelle mit einem doppelten Zellkern bzw. doppelter Erbinformation. Findet diese Doppelalge wieder genügend Nahrung, so teilen sie sich nach einiger Zeit wieder mit der Erbinformation von beiden Algen, wobei sich die neue Generation oft deutlich in der Farbe und Größe von der 1. Generation unterscheidet.


Eine weiteres Beispiel für symbiotische Zellenzusammenschlüsse durch Nahrungsmangel, nach der Mehrzeller, vor etwa 700 Millionen Jahren, aus Einzelligen Lebewesen entstanden sein könnten,  sind die den heutigen Schleimpilzen verwandten "Volvox - Schleimpilze". Sie gehören nicht zu den Pilzen und bilden eine eigene Gruppe von Lebewesen. Sie besitzen einen sehr empfindlichen Fruchtkörper, der zum Beispiel bei Regen, schon unter dem Gewicht eines Tropfens zerplatzt. Unter günstigen Bedingungen, bei Feuchtigkeit und Wärme, beginnen sie zu keimen. Es entstehen Einzeller (Amöben), die sich von Bakterien ernähren. Gibt es genug davon, dann vermehren sie sich innerhalb weniger Stunden. Allerdings wird dann die Nahrung knapp. Bei mehrstündigem Mangel nehmen dann einzelne Amöben über einen Signalstoff Kontakt zueinander auf. Dann passiert etwas sehr ungewöhnliches: die Einzeller fließen sternförmig zusammen. Aus den Amöben werden damit längliche Wanderzellen. Bis zu 250.000 von ihnen erreichen so das Zentrum dieser Sterne. Einzelne Amöben übernehmen plötzlich spezielle Aufgaben: sie bilden zum Beispiel einen Stängel und einen Fruchtkörper. Im Fruchtkörper gibt es noch mehr spezialisierte Zellen: Sporen, mit deren Hilfe sich der Schleimpilz beim nächsten Regen fortpflanzen kann. Auf diese Weise ist aus vielen Einzellern ein mehrzelliges Lebewesen geworden. Doch für die Wissenschaftler zeigen Schleimpilze nur eine Möglichkeit, wie die Mehrzeller entstanden sein können.


7. Zyklus

Der biologische Urknall im Kambrium - Zeitalter vor 530 Millionen Jahren

Üd.: 03.2002  Wissenschaftliche Untersuchungen nordamerikanischen Gesteinsschichten lassen zumindest die Vermutung offen, dass die ersten mehrzellige Lebewesen schon vor circa 1,9 Milliarden Jahren exsistierten. Winzige versteinerte Kotbällchen waren ihre urzeitlichen Überreste, die sie als Indiz für ihr Dasein hinterließen. Da bislang keine Überbleibsel von anderen Tiere ( z.B. Schalentiere) gefunden wurden. kamen wohl nur Urwürmer für die Hinterlassenschaft der Ausscheidungen in Frage.
Die wissenschaftlich haltbarer Theorie, dass vor etwa 700 Millionen Jahren die ersten Mehzeller auf unserer Erde entstanden sind, bestätigte unter anderem die Entdeckung des Geologen R.C. Sprigg, der Vertreter von komplexen mehrzelligen Lebewesen aus der sogenannten "Edicara Fauna" entdeckte, die vor 670 Millionen Jahren die Weltmeere bevölkerten. Nahezu 70% der vorkambrischen Wesen waren wohl danach Hohltiere, wobei "Quallen" etwa 3/4 dieser Hohltiere ausmachten. Über 20 weltweite Fossilienfundstätten weisen auf zahlreiche mehrzellige Arten aus dieser Jungkambrium-Epoche vor 550 bis 670 Millionen Jahren hin. Das sogenannte “Kambrium-Zeitalter” begann vor etwa 530 Millionen. Jahren (dies entspricht etwa 15 % der Gesamtentwicklungszeit unserer irdischen Evolution). Unsere Erde war nun schon über 4 Milliarden Jahre alt. 
In dieser Evolutionsepoche des Kambriums ereignete sich eine Explosionsartige Lebensvielfalt auf dem Meeresboden. In nur fünf Millionen Jahren Entwicklungsgeschichte (erdgeschichtlich gesehen kaum mehr als einen Augenblick) entstand ein Schnelldurchgang von biologischen Bauplänen, die beibehalten oder verworfen wurde. Bleibt die Frage nach dem Auslöser dieser evolutionären Revolution. Gegenwärtig gibt es zwei Haupttheorien: 
Mansche Paläontologen vermuten, dass der kambrische Urknall durch einen Anstieg des Sauerstoffgehalts über eine kritische Marke, ausgelöst wurde.
Der Wissenschaftler S. J. Gould nahm die These der Molekularbiologie auf, wonach das Erscheinen neuer Gene diese Entwicklung ermöglicht habe. In seinem berühmten Buch "Zufall Mensch" stellt er am Beispiel der "Buges-Fauna" den Faktor ZUFALL als Motor der Evolution dar. Während heute als gesichert gelten kann, dass bei der Mikroevolution - die Entstehung neuer Arten - die Darwinschen Mechanismen von Mutation und Selektion bestimmen. Zweifelt man immer mehr Wissenschaftler an den Mechanismen von Mutation und Selektion  in der Makoroevolution, -der Entstehung neuer Lebensformen oberhalb des Artendenniveaus.  Für die sogenannte Makroevolution als Ursache der kambrischen Revolution war nach S. J. Gould und seinem Team, die Evolution der "Hox-Gene" zumindest mitverantwortlich. So übernehmen, nach Ansicht vieler Biologen, Hox-Gene die Steuerung genetischer Informationen für die Entwicklung körperlicher Merkmale und Organe. Eine bestimmte Gruppe von Erbfaktoren sogenannte "homöotischen Gene" - auch Hox-Gene genannt - übernehmen die Kontrolle dieser organischen Entwicklung. Die von ihnen produzierten biochemischen Moleküle leiten Informationen kaskadenartig weiter und koordinieren so ihre Verwirklichung des im Erbgut verankerten Bauplans. Dies wäre zumindest eine mögliche Erklärung für die rasche Entwicklung neuer Arten in einer kurzen Epoche, wie das “Kambrium-Zeitalter”. (Obwohl, nach meiner Meinung, auch andere Voraussetzungen für diese evolutionäre Artenentwicklung eine Rolle gespielt haben müssen).
Nach der Hoxgen- These könnte sich in einem primitiven Wesen mit einem Ur-Hox-Gen, das sich zufällig einmal verdoppelt (Was auf der DNS-Ebene ein winziger Schritt bedeute), ein Organismus mit neu erworbenen Eigenschaften entwickeln. Je komplexer ein Organismus ist, um so mehr “Hox-Gene” befinden sich in seinem Erbgut (Beim Menschen sind es 38 ). 
Chinesische Paläontologen identifizierten wohl bis heute ältesten Sandkorngroßen Tierkörper. Dieser, vor circa eine Milliarden Jahre im Urmeer treibende, aus nur wenigen Zellen bestehende Körper. Er lies schon Überreste von Hoxgene erkennen. Der wahrscheinlich kugelförmige Vorfahre von Mensch und Tier änderte seine äußerliche Struktur erst im Kambrium -Zeitalter.  So liefert die Entdeckung der Hox-Gene, eine Ausgangsbasis für die Erklärung der morphologischen Übergänge in der kambrischen Evolution. wobei die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard 1995 maßgeblich an der Erforschung dieser "homöotischen Gene" maßgeblich beteiligt war.
Doch offene Fragen gibt es in der Biologie noch viele:
Wie entstehen neue Tier-/Pflanzenarten, wie neue biologische Baupläne?
Wie und wodurch verändern sich Lebewesen im Verlauf der Evolution?
Warum gibt es überhaupt diese millionenfache Vielgestaltigkeit des Lebens?
13 bis 30 Millionen Tierarten gibt es Schätzungsweise auf der Erde, ihre Entwicklung kann nicht nur auf den Steuermechanismus der Hox-Gene basieren.
Wissenschaftlich gesichert ist, dass die Hox-Gene an der biologischen Vielfalt der Lebewesen beteiligt sind. So auch an der Entwicklung von Tieren, denen Zähne und Klauen, Augen und Münder wuchsen. Der biologischer Urknall der Kambrium-Epoche endete wahrscheinlich durch die erworbenen, unterschiedlichen Fähigkeiten, körperliche und organische Eigenschaften als tödliches Mittel, im Kampf ums Überleben, gezielt einzusetzen.  Zu der “Mutation” gesellte sich nun eine “Auslese” hinzu, die eine Fortpflanzung nach  körperlichen Anpassungsfähigkeit zusätzlich selektierte.


8. Zyklus

Die biologische Anpassung vor 410 Millionen Jahren

Üd.: 02.2001 Durch die biologische Anpassung an den neuen Energiespender Sauerstoff entwickelte sich eine Vielfalt von Lebewesen auf unserer Erdoberfläche. Das atmosphärische Gas diente einerseits als lebensspendende Energie für alle höheren Lebewesen und anderseits ist dieser lebenswichtige Sauerstoff ein chemischer Killer die jede Zelle auf Dauer durch Oxidation  zerstört. So besitzt unser globales Schutzschild "Atmosphäre" die gegensätzliche Eigenschaft neues Leben zu erhalten um es auf Dauer zu vernichten. 
Die ersten Meerstiere die das nasse Element vor 410 Millionen Jahren verließen, um den atmosphärischen Sauerstoff zu nutzen, waren Amphibien. Über die Entscheidung welcher Fisch der nächste Verwandte der Landwirbeltiere ist, wird bis heute noch wissenschaftlich diskutiert. Viele Paläontologen, unter ihnen Professor Hans-Peter Schultze von der Humboldt Universität in Berlin, favorisieren den Quastenflosser, von dem heute nur noch eine lebende Gattung, nämlich Latimeria, bekannt ist. Genetiker wie Professor Axel Meyer aus Konstanz sind überzeugt, dass die Lungenfische näher mit den Landwirbeltieren verwandt sind. Für den Quastenflosser als direkten Vorfahren der Landwirbeltiere spricht einiges. Zum Beispiel die Anordnung der Knochen innerhalb der Flossen, die den Knochen in den Beinen von Amphibien sehr ähnlich sind. Auch das Schädeldach von Quastenflossern ist dem der Amphibien sehr ähnlich. Das stark zergliederte Schädeldach der Lungenfische weicht dagegen stark ab.
Das Leben in der Biosphäre entwickelte sich über Jahrmillionen, durch eine selektive und genetische Auslese, in eine facetten- und artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Als vor etwa 360 Millionen Jahren die ersten Wirbeltiere die Erdoberfläche bewohnten, hatte sich schon ein Ökosystem aus Pflanzen, Insekten, Spinnentiere und Tausendfüßler arrangiert, wobei die "Skorpione" die ersten Spinnentiere in diesem Ökosystem waren. Unzählige Mikroorganismen bis hin zu  Säugetieren und Riesenreptilien, wie die berühmten Dinosaurier, besiedelten vor 200 Millionen Jahren unseren Planeten. 
Die ersten Säugetiere hatten Ähnlichkeit mit den heutigen Ratten und Mäusen. Der älteste vollständig erhaltene Säugefund ist das "Henkelotherium". Es lebte vor etwa 150 Millionen Jahren im heutigen Portugal. Die frühen Säuger lebten lange im Schatten der Dinosaurier, die zu der Zeit nahezu jeden nur denkbaren Lebensraum besiedelten. Die Säuger mussten sich auf das Nachtleben beschränken. Als sich aus einer großen Landmasse ein Nord- und ein Südkontinent bildete, waren Lebensräume für zwei verschiedene Säugerformen geschaffen. Auf dem Nordkontinent entwickelten sich vor allem die echten Säugetiere und in der Abgeschiedenheit des Südkontinents, der aus Südamerika, Antarktika und Australien bestand, lebten Beuteltiere - eine primitivere Säugerform. Ihre Blütezeit erlebten die Säugetiere als vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausstarben. Vor etwa 3 Millionen Jahren, als die amerikanischen Kontinente zusammenstießen, wurde die primitive Säugeform von den echten Säugetiere überrannt. Nur wenige Beutelsäuger, wie das "Opossum", schafften den Weg nach Nordamerika. Im abgeschiedenen Australien haben die Beuteltiere in vielen Variationen bis heute überlebt. Die erfolgreiche Evolution der Säuger resultiert einerseits aus dem Glück, das ihre Hauptkonkurrenten, die Dinosaurier ausgestorben waren. Anderseits behaupten die Evolutionsforscher, dass ihr Erfolg auch in der Aufzucht der Jungtiere liegt. Behütet im Beutel der Mutter oder gar in der Gebärmutter (wie bei den echten Säugern) wird der Nachwuchs in der ersten Zeit des Lebens vor allen Gefahren der Umwelt wie: Kälte, Hitze, Trockenheit oder Feinde, beschützt. So entwickelte sich  aus den Säugern das erste echte Säugetier der "Mensch".
Doch die Evolution der Pflanzen und Tiere durchlief in ihrer vielfältigen Entwicklung Epochen die von einer biologischen Stagnation und Vernichtung begleitet wurde. Die natürliche Bremse dieser biologischen Vielfalt war in erster Linie die selektive Anpassung an die Umwelt. Hinzu kommt, dass einfache Mutationen  in der Regel von der Selektion eliminiert werden, denn es ist überaus selten, dass genetische Änderungen im Buchstabencode der DNS aus einem biologischem Vorteil bestehen Die genetische Evolution ist ein Prozess der almählichen und zufälligen Erneuerung. Eine weitere evolutionäre Baggre war die damaligen gewaltigen Naturkatastrophen die nicht selten globale Auswirkungen hatten. Glühender Lava, feuerspeiende Vulkane, sintflutartige Regenfälle oder klimatische Veränderungen waren Auslöser dieser regionalen und globale Artenvernichtung. Ursache dieser Umweltveränderung waren unter anderem auch die gewaltigen Einschläge von Meteoriten, die zu dieser Zeit in einer größeren Anzahl unsere Umlaufbahn um die Sonne kreuzten und immer wieder in die Erdatmosphäre eindrangen. Das wohl bekannteste Beispiel ist das Absterben der Dinosaurier, vor circa 65 Millionen Jahren. Durch den Einschlag eines Meteoriten, so die heutige wissenschaftliche Annahme, wurden Unmengen Emissionen aus Staub und Gestein in die Atmosphäre geschleudert. Riesige  Staub- und Regenwolken verdunkelten für lange Zeit die Erde. Gewaltige Flut- und Brandkatastrophen waren die Folge dieser Explosion, wodurch &5% der lebenden Tiere vernichtet wurden. Der Saurer Regen vergiftete zusätzlich die Nahrungskette der Dinosaurier, wobei das Gift Strontium sich in den Pflanzen anreicherte und von den Riesenreptilien aufgenommen wurde. Ein folgenschwerer Kalkmangel im Blut wurde nun durch das Gift (Strontium) ausgelöst, dies bewirkte wiederum einen instabilen und spröden Aufbau der Dinosauriereier . Ein Ausbrüten der Dino-Eier war nicht mehr möglich, da die Schale schon vor dem Ausschlüpfen der Jungen zerbrach. Die  Fortpflanzung der Dinosaurier wurde somit durch äußerliche Umwelteinflüsse für immer unterbrochen.
Trotz dieser globalen Gefahren und der natürlichen Auslese durch Mutation und Selektion entwickelte sich eine facettenreiche Lebensvielfalt mit einer individuellen Anpassungsfähigkeit an ihrer Umgebung.  Von den geschätzten 13 bis 30 Millionen Tierarten die heute auf unsere Erde Leben sind aber nicht einmal zehn Prozent von der Biosystematik bestimmt und beschrieben.
In der selektiven Artenanpassung bezweifeln viele Biologen zudem, die Annahme, dass nach der Abstammungslehre von Charles Darwin, -
nur die Tüchtigen überleben und bestimmen demzufolge die Evolution -. Diese Annahme ist wissenschaftlich in der Makroevolution weitgehend widerlegt . Forscher haben  den Beweis erbracht, dass auf Dauer nur die Mittelmäßigen eine Daseinsberechtigung haben. 
Sicherlich falsch, ist die schlampig interpretierte Übersetzung der von Charles Darwin aufgestellten Evolutionstheorie:                            
- Es gibt nur eine natürliche Auslese durch Mutation und Selektion-
- Das Leben ist ein Kampf ums Dasein-  

Dieses unselige Missverständnis ist die Folge einer Evolutionstheorie die wohl immer im Geiste, der zu Darwins Zeiten herrschenden Frühkapitalismus, übersetzt wurde. Sie wurde häufig von bösartigen Machthabern verkannt und bis zur Euthanasie missbraucht.
Üd.: 05.99  Der Paläontologe Stephen Jay Gould entwickelte die These, dass  statt der natürlichen Auslese der pure Zufall die Evolution voran trieb ("hätte das Leben einen zweiten Anlauf würde es sich ganz anders entwickeln"). Dies ist das Ergebnis der fraktalen Dimension (ein Maß für die Komplexität) die im Lauf der Geschichte der "Ammoniten" (ausgestorbene Kopffüßer aus der Epoche Jura- bis Kreidezeit) schwankte, so dass von einer kontinuierlichen Höherentwicklung keine Rede sein kann. Auch die, vor 530 Millionen Jahre entstandene Tiervielfalt, mit vielgestaltigem Körperbau, die sich in der Kambriumepoche wie in einem Urknall von der Natur konzipiert wurde und sich so nie wiederholen könne. siehe Zyklus 7
Doch dieses Beispiel reicht den Evolutionsforschern nicht aus, die Zufallstheorie  von Gould als den alleinigen Mechanismus für evolutionäre Auslese zu übernehmen. So glauben viele Forscher, dass an Hand zahlreicher Beispiele die uns die Natur zeigt, unser Dasein von der Kooperation bestimmt wird. 
Beispiele sind unter anderem: Der Adler, er hat keine natürlichen Feinde. Das Auge ist so scharf, dass er seine Beute immer sieht, so dass sei Dasein eigentlich keine Überlebensfrage in der Ernährung oder der Verteidigung darstellt. Und doch ist er vom Aussterben bedroht. Oder die Ameise mit ihren wenigen Sinnesorganen (sie tasten und riechen nur) brauchen sich keine Sorgen ums überleben zu machen, da sie bestens organisiert sind und sich ihrer Umgebung anpassen.
Ein weiteres Beispiel ob die Wehrlosen zwangsläufig Opfer werden, gibt uns das erdgeschichtliche Altertum. Im Kambrium existierten unzählige Lebensformen von denen die meisten ausgestorben sind. Zwei sind besonders erwähnenswert, das aggressive Fressmonster "Anomalocaris" mit Rasiermesser scharfen Zähnen und einer Länge von mehreren Metern - und der ängstliche, schutzlose Wurm "Picaia". Wer überlebte? Richtig, es war der Wurm. (von dem wir im übrigens abstammen)
(Weitere Beispiele dieser Kooperation: sind u.a. in dem Magazin "P.M." Ausgabe 11/98 Titel: Evolutionsforschung, nur die Mittelmäßigen überleben v. Peter Ripota nachzulesen)
Es sind sicher nur Beispiele, sie sagen nichts über die Ursache aus. Diese und viele andere Ereignisse sind aber ein Indiz dafür, dass nur die Lebensart auf Dauer überlebt die zu mindestens über die Fähigkeiten der Fruchtbarkeit, Flexibilität,  Kooperation und über die Voraussetzungen des Fastens verfügt. Das Bewusstsein, welches nur beim Menschen vorhanden ist, spielt bei der Überlebensfrage nur eine geringe Rolle.
Zusammenfassend stellt sich die Evolution nicht als Kampf ums Dasein da, wobei der stärkere überlebt. Das Gegenteil ist der Fall: biologische "ZUFALLSPROZESSE" und die Fähigkeit der gegenseitigen "KOOPERATION" bestimmen die Gesetze der Evolution.
Diese unterschiedlichen Einflüsse bewirkten trotzdem keine Stagnation, sondern ermöglichten, wenn auch über biologische Umwege, einen unaufhaltsamen Fortschritt der komplexen Lebensvielfalt. Aufgrund dieser kooperativen Anpassung entstand eine vielfältige Anlage von Sinnesorganen. Die damit verbundene Steigerung der qualitativen und quantitativen Wahrnehmungen wurde durch die vermehrte Entwicklung von Neuronen im Gehirn und Rückenmark ermöglicht. Diese Gedächtniszellen konnten Wahrnehmungen und Eindrücke miteinander verknüpfen, auswerten oder speichern, um sie bei Bedarf  wieder abzurufen. Für solch eine Interpretation der Welt reichten nicht nur körperliche Mechanismen aus, geistiger ( Erfahrungs-) Instinkt steuerte jetzt bewusst und unbewusst die Handlung dieser Lebewesen. So entwickelte sich neben den körperlichen Fähigkeiten eine geistige Macht.
Das Oligozän vor 34 bis 23 Millionen Jahren war eine Blütezeit intelligenter Säugetiere. Es entstanden zahlreiche neue Arten von Huftieren, Raubtieren und Schweinen. Ihre vergleichsweise hohe Anzahl von Neuronen ermöglichte nicht nur eine verbesserte Wahrnehmung ihrer Umwelt, sondern auch eine gezielte Auswertung dieser Eindrücke. Gegen Ende des Oligozäns vor circa 23 Millionen Jahren spaltete sich vermutlich der menschähnliche Affe (Proconsul ) von den übrigen Affenarten ab. Dieser frühe Affe war wohl der Missing link zwischen Menschenaffe und Mensch, der letzte gemeinsame Vorfahre, bevor sich ihre Wege trennten. 
Üd.: 04.99 Der erste Proconsul Schädel (Schädel des ersten frühen Affen ) entdeckte 1933 der englische Paläontologe A. Tindell Hopwood. Dieser frühe Hominoide, vor 20 bis 18 Millionen Jahren, hatte ein Gehirnvolumen von circa 167 Kubikzentimeter. Genetische Untersuchungen ergaben, dass die Erbmasse dieses Schimpansen zu 98,4 % mit dem menschlichen Genen übereinstimmt. Damit sind sie näher mit dem Menschen verwandt als mit anderen Menschenaffen wie Gorillas oder Orang Utans. 
Üd.: 11.2000 Doch diese prozentuale DNS-Übereinstimmung von Homo und Pan sollte man nicht überbewerten. Da sich etwa Mensch und Maus in ihrer DNS um 92 Prozent gleichen und Mensch und Fruchtfliege sogar noch zu 75 Prozent. So sind wohl andere Mechanismen jenseits der genetischen Ebene von erheblicher Bedeutung.
Der im australischen Queensland forschende deutsche Psychologe Thomas Suddorf schlägt eine geistig-mentale Ebene vor, die allein der Mensch besitzt. Ein "Metageist" oder einreflektierender Übergeist, der sich nach seiner Vorstellung vor wenigen hundert Millionen Jahren aus einem "Primärgeist" entwickelt hat
siehe: Der mentale Weg vom Menschenaffen zum Menschen"

Die gängige Erklärung, die Entwicklung vom Menschenaffen zum Menschen lasse sich durch das rasante Anwachsen des Hirnvolumens zurückführen, reicht vermutlich nicht aus. Die Frontlappen des Gehirns, deren mentalen Geisteseigenschaften wir im wesentlichen verdanken, sind nach neueren Untersuchungen bei Menschen im Verhältnis zum Gesamtvolumen (und darauf kommt es an )  nicht wesendlich größer als beim Schimpansen. So ist der geistige Höhenflug was dem Homo betrifft, nicht mit der Biologie allein zu erklären. Michael Tomasello, Direktor am Leipziger Max-Plank-Institut glaubt, dass ein einziger kritischer Schritt in der biologischen Evolution ausgereicht habe, dass unsere Ahnen jenseits von Mutation und Selektion zum Kulturwesen aufstiegen.
Was dem Mensch von allen anderen Lebewesen auszeichnet, ist die Gabe zu imitieren. Nicht Affen seien die besten Nachäffer, sondern die Menschenkinder. Der Nachahmensmechanismus ist angeboren, bereits im Alter von 9 Monaten beginnen Kinder, auf Dinge zu deuten ( Menschenaffen tun das nie). Das Dreieck, das Kinder zwischen sich, ihrem Gegenüber, und auf dem Gegenstand oder der Person, auf die sie ihre Finger richten sei der Grundstein der Kultur, glaubt der Psychologe Tomasello. Hier könnte sich, nach der These des Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer, das "Ich" als Persönlichkeitsstruktur des Menschen entwickeln (Die Seele im Menschen, als Ich im Überich), welches uns von der Tierwelt mental unterscheidet. Welche Bedeutung dabei die Hand spielt hat der amerikanische Neurologe Frank Wilson herausgearbeitet. Wie fossile Befunde belegen, hat sich auf dem Weg vom Affen zum Menschen, die menschliche Hand gebildet. Erst im Zusammenspiel des Hand- Hirn-Komplexes ist nach Wilson der menschliche Verstand entstanden. Für die Entstehung der Sprache waren bei unseren Ahnen wohl die Hände wichtiger als der vor 100.000 Jahren fertig entwickelte Stimm- und Sprechapparat. Die Urform der Verständigung waren primitive Laute und immer ausgefeiltere Gesten. Erst dadurch konnten im Gehirn jene Strukturen entstanden sein der die spätere gesprochene Sprache ermöglichte. Der letzte Schritt der gesprochenen Symbole in einer Schrift aufzuschlüsseln ist 5000 Jahre alt und schuf die Voraussetzung für jene Kulturexplosion bis zum heutigen Netzwerk im Internet. 


9. Zyklus

Entwicklung ersten Menschen vor 6 Millionen Jahren

Üd.: 07.2003
Vor 8 Millionen Jahre entstand ein gigantischer Bruch, den sogenannten Kontinentaldrift. Asien wurde dabei mit aller Macht gegen die Ostseite des afrikanischen Kontinents gedrückt. Durch diese Bruchkante entstand westlich dieser Narbe ein gewaltiges Gebirge, eine Barriere die für alle Erdenbewohner unüberwindlich war. Durch das schwinden der Wälder in dieser Region entstand ein neuer Lebensraum. Diese Theorie könnte durch die Geschichte  den ersten Hominiden "Orronin" gestützt werden. Dieser Vorfahre des Menschen lebte etwa 1 Millionen Jahre nach der Entstehung des großen Grabenbruchs auf Bäumen und ernährte sich von Früchten und Blattern. Der etwa 1,30 große und 30 bis 40 Kilogramm schwere Primate ähnelte sehr den frühen Schimpansen. Die Zukunft, der vor 6 Millionen Jahre lebenden Orronins Familie liegt, nach dem austrocknen der Regenwälder, in der flachen Savanne. Dort gibt es genug Nahrung, aber auch mehr Gefahren. Durch das fehlen der Bäume und dem unübersichtlichen Gras wird der Orronin zu einem neuen Verhalten gezwungen. Er muss sich immer häufiger auf die Hinterbeine stellen. Nur so konnte er Gefahren und Nahrung überhaupt ausmachen. Ein weiteren Sensationsfund ereignete sich im Juni 2001 in Zentralafrika (Tschad) durch den Franzosen Michael Brunert. Der Paläontologe entdeckte Fossilien eines Schädels mit flachem Gesicht, markante Wülste über den Augenhöhlen und kleine Eckzähne -halb Affe, halb Mensch- sie deuten auf einen Übergang vom Affen zum Menschen hin. Der Urahne hat den Spitznamen "Toumai" (Hoffnung auf Leben. Die Untersuchungsergebnisse aus dem Juli 2002 datieren das Alter, des mit wissenschaftlichen Namen "Sahelanthropus tchadensis" bezeichneten Vorfahren, auf sechs bis  sieben Millionen Jahre. Der Fundort Tschad liegt allerdings über 2000 Kilometer westlich des afrikanischen Grabenbruchs und lässt damit den Geburtsort des Urmenschen offen. Diese Funde revolutionierten die Vorstellung über die Abstammung des Menschen aufs  neue. Bis zu diesen neuzeitlichen Sensationsausgrabungen datierten sich die ersten geologische Funde aufrecht gehender Südaffen auf circa 4,5  Millionen    Jahre. Der Australopithecus anamensis ("Südaffe vom See") war bis dahin die älteste bekannte Art der Gattung der Australopithecus. Die auf zwei Beinen gehenden aber anatomisch noch sehr affenähnliche Australopithecinen wurde in Äthiopien  (Afrika) entdeckt. Weitere Vertreter dieser aufrechtgehenden Affenart ist der "Australithecus "afarensis" der etwa vor 3,7 bis 2,9 Millionen Jahre in Tansania und Äthiopien lebte. Sein Schädelvolumen betrug 400 bis 500 cm3.
Geologische Funde einer Frau dieser Hominiden -Gattung wurden 1973 in Äthiopien entdeckt, ihr wissenschaftlicher Name heißt "Australopi Afarenesis". Der amerikanische Entdecker "Donald Johanson" aus Berkeley taufte den Vornamen der vor etwa 3,18 Millionen Jahre lebenden und 107cm großen berühmten Dame mit “Lucy”.Das zu 40% erhaltene Skelett lies keinen Zweifel an ihre naufrechten Gang. Die Homonidin traf bei ihrer Nahrungssuche immer häufiger auf andere Artgenossen aus dem Stammbaum der Anamensis. Im Gegensatz zu den Pflanzenfressenden Afarensis zählten die Anamensis auch zu den gelegentlichen Aasfressern. Man vermutet, dass sich Lucy, aufgrund ihrer Lebensumstände, den robusteren und größeren Anamensis angeschlossen hat. So kam es wohl zu einer Vermischung zwischen den beiden Arten dieser Vormenschen.
Aus dieser Zeit stammt auch der "Australopitecus africanus", er lebte
vor circa 2,5 Millionen Jahre. Im April 1947 entdeckten Paläontologen in Südafrika (Sterkfonrein) einen Oberschenkel der mit dem Namen: "Mrs. Ples" getauft wurde Es dauerte etwa zwei Millionen Jahre bis sich durch Klimaveränderungen und neuen Lebensanpassungen einzelne Hominiden -Formen herausbildeten, die ein deutlich größeres Gehirn und eine differenziertere Hand aufwiesen. Der "Australopithecus robustus" der sich aus dem Stamm der Anamensis abzweigt ist ein weiteres Mitglied unserer Ahnenreihe. A. robustus lebte vor etwa 2.0 Millionen Jahre und hatte einen ähnlichen Körper wie africanus, aber einen größeren und robusteren Schädel und Zähne. Die durchschnittliche Gehirngröße liegt bei ca. 530 cm³.
"Homo habilis" (der geschickte Mensch) nannten die Wissenschaftler diesen in Ostafrika ausgegraben Homioniden der vor 2 bis 2,5 Millionen Jahre lebte. Sein Gehirnvolumen betrug 650 cm3, durch sein handwerkliches Geschick und seiner geistigen Auffassungsgabe lernte er Werkzeuge und Waffen aus Steine anzufertigen. Der entscheidende Unterschied zwischen der Hand des Homo habilis und seinen Vorfahren ist die Länge des Daumens. Der aufrecht gehende Mensch kann mit seinem längeren Daumen eine Verbindung zum Endglied des Zeigefingers herstellen und somit den sogenannten "Pinzettengriff" formen. Dies ist eine weitere funktionelle Voraussetzung für die Herzustellung und die Handhabung von Werkzeugen und Waffen.  Die Erfindung von Steinwerkzeugen ermöglichte es Tiere zu jagen und als Beute zu zerlegen. Aus dem Vegetarier wurde ein Fleischfresser. Durch den verzerr tierischer Proteine speicherten der Hominide mehr Energie und vergrößerte durch die Vermehrung der Eiweißbausteine sein Gehirnvolumen.
Aus dieser Entwicklungslinie ging dann, vor etwa zwei Millionen Jahre, der "Homo erectus" und "Homo ergaster" (aufgerichtete Mensch) hervor. Er erhielt diesen Namen, weil zur Zeit seiner Entdeckung nicht bekannt war, dass bereits der Australopithecinen aufrecht gegangen war. Der Homo erectus unterschied sich in seinem Körperbau und seinem Gehirnvolumen mit 1000cm3  nur geringfügig vom Homo sapiens (Das GV des heutigen Menschen beträgt ca. 1400cm3). Der älteste Fund ist 1,8 Millionen Jahre alt und stammt aus Afrika, aber auch in Java und im Kaukasus fand man Fossilien vom Homo Erectus. Er lebte wohl in dieser Zeit mit fünf bis sechs Hominiden-Arten gleichzeitig; obwohl nicht eindeutig geklärt ist, dass sich unterschiedliche Hominidenarten begegneten. Da Nahrung und fruchtbarer Lebensraum immer knapper wurden, galt es neues Land zu erobern. Der Homo ergaster ist wohl der bedeutendste Entdecker und wahrscheinlich ein Mitglied unserer Ahnenreihe. Die Homo erectus/egasters waren die ersten Urmenschen die das Feuer bezähmten und auf Großwildjagd gingen.
Die Wiege des Homo sapiens war und ist in der Paläoanthropologie so umstritten wie die Lehre vom Ursprung des Menschen.In Äthiopien habe Forscher die bislang ältesten Überreste des „modernen Menschen“ ausgegraben. Mit einem Alter von 160.000 Jahre wurden die Schädel von zwei Erwachsenen und einem Kind bereits 1997 nahe dem Dorf Herto in der Awash-Region ausgegraben. Der Entdecker Tim White von der University of California stellte sie 2003 im britischen Fachblatt „Nature“ vor. Um den afrikanischen Ahnen vom heute lebenden „Homo sapiens sapiens“ zu unterscheiden richteten die Forscher eine neue Subspezies ein: den „Homo sapiens idaltu“. Das Wort „idaltu“ heißt übersetzt, „der Ältere“.Dieser neuste Fund und weiter genetische Untersuchungen unterstützen zur Zeit die Annahme vom afrikanischen Ursprung des Homo sapiens. 
Die bis dahin ältesten Vertreter des Homo sapiens (der wissende Mensch) fand eine französisch-englische Expedition in Israel in den Höhlen von "Carmel" und in der Nähe von Nazareth. Ihr Alter wurde auf etwa 100.00 Jahre datiert, sein Gehirnvolumen betrug circa 1400 cm3.
Vor etwa 50 000 Jahren, so die Annahme vieler Paläontologen, breiten sich der moderne Mensch mit etwa 2000 Wagemutige, fast über die gesamte Welt aus. Über das Rote Meer setzten sie zunächst in Richtung Ostan über. Dann drangen sie nach Indien und Australien vor. Bei dieser zweiten Auswanderungswelle gab es aber einen fundamentalen Unterschied gegenüber den ersten Versuch des "Homo erctus" den Kontinent Afrika zu verlassen. Der Homo erectus stieß  in riesige, menschenleere Räume vor, wogegen der Homo sapiens Gebiete durchwanderte, wo andere Menschen lebten. Doch das  aufeinandertreffen frühmenschlicher Bewohner in Asien, Afrika und Europa bewirkte zunächst eine Vermischung der Menschenrassen wobei nicht nur Erfindungen und Ideen ausgetaucht wurden sonder auch die Gene. Dies Annahme widerlegt wiederum die Out-of-Afrika-These, dass eine einzige Art die gesamte Welt erobert. Dies wäre auch unter biologischen Gesichtpunkten sehr ungewöhnlich.

siehe Grafik:
Vermutlich vom Schwarzmeer aus startend und über die Donau, besiedelte der "anatomisch moderne Mensch" vor 41 000 bis 39 000 Jahre Europa. So standen sich vor etwa 32 000 Jahren in Europa (Frankreich/Tautavel/Grotte:"Caune de l`Arago) zum zweiten Mal der Frühmensch "Homo sapiens neanderthalensis" und der "moderne Mensch" gegenüber.

Bei der ersten Begegnung vor etwa 80.000 Jahre, als eine extrem kalte Klimaphase anbrach, zog sich der Neandertaler  aus dem europäischen Norden zurück und lebte in den Höhlen von Kebara und Taun  in Israel (in denen reichlich Knochenmaterial entdeckt wurde). Vermutlich in der blühenden Wüste Sinais traf er  erstmals auf den modernen Menschen. Doch der Neandertaler besaß zu dieser Zeit präzisere und moderner Waffen, womit er den Homo faber zurückschlug und er die Flucht ergriff.

Der Neandertaler:
Vor etwa 250 000 Jahre hat sich der "Homo neanderthaliensis" in Europa niedergelassen. Der erste Schädel eines Neandertalers  wurde 1856 von Steinbrucharbeiter im Neandertal bei Düsseldorf gefunden. Bis heute hat man rund 300 Skelettteile entdeck. Diese Frühmenschen waren vermutlich keine Vorfahren des modernen Menschen (Homo sapiens sapiens), sondern eine weiter Entwicklungsform aus dem "Australopitecineen". Die Neandertaler lebten  in Nordeuropa, Teilen von Israel und dem Irak. "Kinder der Eiszeit" wurden die Neandertaler aufgrund ihrer Vorspringernase genannt. Einige Forscher glaubten, sie diene dazu, die kalte Luft besser anzuwärmen. 
Dieser aufrecht gehende Mensch aus der späten Eiszeit war kein primitiverer Mensch als der Homo sapiens (auch wenn ihn viele so darstellten). Vermutlich durch die Eiweißreiche, tierische Ernährung war das Gehirnvolumen von 1740cm2 größer als das des modernen Menschen . Sie fertigten Präzisionswerkzeuge, bauten Höhlen, nutzen das Feuer trugen Tierfelle und Schmuck. In dieser Epoche entwickelte sich beim Neandertaler die Vorstellung vom Jenseits, von der Welt der Toten. Er war der erste Mensch der seine Toten bestatte, wobei der Tote mit Beigaben für sei zukünftiges Leben im Jenseits ausgestattet wurde. 
Als in der Eiszeit die Gletscher in Europa bis in die Gegend von Hamburg reichten, siedelte der Neandertaler sich in den Süden von Europa an. 
Die Untersuchungsergebnisse von 1977, der Paläogenetikern Svante, Pääbo und Matthias Krings, wurden zunächst als den Beweis aufgeführt, dass der moderne Mensch und der Neandertaler sich nicht vermischt hätten. Schaut man sich die Ergebnisse genauer an, so der Paläontologe Robert G. Bendnarik, wiederlegen sich diese Annahmen. Die Analyse der DNS des Neandertalers aus dem Rheinland und dem modernen Menschen zeigen, dass nur 22 Positionen der DNS-Sequenzen unterschiedlich sind. Heutige Menschen zeigen untereinander einen Unterschied von 24 Positionen des untersuchten Gen-Abschnittes. Das heißt: Die genetischen Unterschiede zwischen uns lebenden Menschen können größer sein als die zwischen uns und dem Neandertaler. Doch den entgültigen Beweis für diese menschliche Entwicklung lässt sich mittels dieser biochemischen Analysen nicht eindeutig erbringen.
War der Neandertaler ein Auslaufmodell der Evolution oder hat der moderne Mensch ihn in vernichtet?
Möglicher Weise ist der Neandertaler durch Seuchen und Krankheiten ausgestorben die unsere Vorfahren mitbrachten? Oder war der Neandertaler zu spezialisiert und zu einzigartig, dass er sich nur an bestimmte (europäische) Umweltbedingungen anpassen konnte?  
Nach den heutigen Kenntnisstand spricht vieles dafür, dass der moderne Mensch, als er vor circa 50 000 Jahren in Europa einwanderte, für den Untergang des dort lebenden Neandertaler verantwortlich. Der "Homo sapiens" und der "Neandertaler" hatten große morphologische und anatomische unterschiede, sie besaßen keine gemeinsame Sprache, so dass man zu der Annahme kommt, dass es sich hierbei um zwei verschiedene Spezies handelt. Der homo sapiens war dem Neandertaler zwar körperlich unterlegen, doch besaß er, durch seine vielfältige Anpassungsfähigkeit, Kenntnisse und Erfahrungen, die ihm eine gewisse geistige Überlegenheit einbrachte und die aus ihm einen sogenannten Siegertypen machte.
So glauben viele Forscher, dass auf beiden Seiten ein enormes Wettrüsten begann, was zu einer kulturellen und geistigen Revolution führte. Zwei ebenbürtige Rivalen standen sich gegenüber die sich gegenseitig das europäische Terrain streitig machten. Mehrere Tausend Jahre muss diese kriegerische Auseinandersetzung angedauert haben, so die Annahme vieler der Wissenschaftler Erkenntnissen, bis der Untergang des Neandertalers und die Alleinherrschaft des Homo sapiens, nach dem Gesetz des Stärkeren vollzogen  war. Die Überlegenheit des modernen Menschen bestand, nach Ansicht der Wissenschaftler, durch eine geistige Überlegenheit, höhere Fruchtbarkeit und eine höhere Lebenserwartung (über 40 Jahre). Dadurch entwickelte er eine komplexere und schnellere Denkweise. Er richtete 
sein Leben  und seine Strategien effizienter ein, als sein Nachbar. Durch seine sprachliche Überlegenheit (der Neandertaler kannte nur die Laute einer Ursprache),  konnte der moderne Mensch zudem eine eindeutigere Kommunikation und Informieren durchführen. So standen, in kriegerischer oder auch friedlicher Absicht, über 10 000 Jahre lang, der "Homo sapiens neandertalensis" und den "Homo sapiens sapiens"  in Europa gegenüber. Bis die Spuren des Neandertalers in den Höhlen von Spanien vor circa 25.000 Jahre endeten. Seine letzten Überreste fand man in einer andalusischen Höhle "Zafarraya".


10. Zyklus

Das Zeitalter des modernen Menschen "Homo sapiens" 

Üd.: 08.2001 
Der Mensch, so zeigen meine Ausführungen über die Evolution, entstammt einer Entwicklungsphase die vor etwa vier Milliarden Jahren, in kochendheißem Wasser der Urozeane, ihren Anfang hatte. Im Ablauf der Äonen, betrat der Mensch die Bühne der Welt, erst vor einem kurzen Augenblick. Der Homo sapiens sapiens als Hauptdarsteller begann, vor circa 150.000 Jahren, mehr und mehr am Drehbuch der Natur mitzuschreiben. Der moderne Mensch stammt vermutlich, wie viele andere Hominiden aus Afrika. Von dort scheinen sich verschiedene Stämme auf dem Weg gemacht zu haben, um zunächst den gesamten Kontinent und schließlich den Rest des Planeten zu bevölkern. Vor 30 000 bis 40 000 Jahren sind die "Cro-Magnom"*  in Ost- und Mitteleuropa eingewandert. Auch in Australien hat es schon vor über 30 000 Jahren Menschen vom Typ Cro-Magnom gegeben. In der Endphase der Eiszeit fanden die Gesellschaften der Frühmenschen, in Europa und Asien, bei einer Durchschnitttemperatur von 10° bis 11° Celsius, gute Lebensbedingungen und ausreichen Nahrung vor.  Dieser eiszeitliche Jäger musste aber die Besitzansprüche in weiten Teilen Europas dem vor circa 250 000 Jahren eingewanderten europäischen Ureinwohner Homo sapiens Neandertalensis streitig machen. Auch wenn der Neandertaler. wie schon in Zyklus 9 beschrieben, diesen Krieg vor etwa 27 000 Jahren mit seiner Ausrottung bezahlen musste, brachte er dem modernen Menschen eine revolutionäre Entwicklung in seinem kulturellen Denkweise und seiner technischen Fähigkeiten. Die Homo faber hatte offenbar ihr Leben soweit organisiert, dass ihnen Zeit für die Herstellung von Skulpturen und Felsmalerei blieb. Die bislang frühste bildliche Darstellung zeigt die Umrisszeichnung einer menschlichen Hand. Tief im Inneren der Höhle Bara-Bahau in Frankreich, hatte ein Eiszeitmensch vor etwa 40 000 Jahren diese Linien in den weichen Stein der Höhlenwand geritzt. Die nächsten bekannten Motive sind Tierfiguren, die zum Teil zweifarbig mit Ocker und Rot ausgemalt wurden. Die vergleichsweise guten Lebensbedingungen führten vermutlich auch zu einer höheren Bevölkerungsdichte. Um nicht zu verhungern mussten, durch das anwachsen der Bevölkerung, immer neue Jagdgebiete erschlossen werden. Über den Tundren* des eiszeitlichen Europas wanderten sie weiter in Richtung Norden und Osten um neues Land zu erschließen.
Laut einer Studie aus der USA die C. Loring Brace und sein Forscherteam aus den Schlussfolgerungen detaillierten Untersuchungen von 21 Knochenmerkmalen an nahezu 10.000 alten menschlichen Schädeln erstellten. Die Forscher vermuten, dass vor rund 15000 Jahren, die Jomon-Ainu über die Beringstraße auf den amerikanischen Kontinent kamen. Am Ostende Eurasiens*  bot ihnen möglicherweise die Eiszeit eine Chance ihre Jagdgebiete weiter auszubreiten, in dem sie die 85 Kilometer breite Beringstraße zwischen Amerika und Asien trocken Fußes überquerten. Die Kälteperiode hatte sehr viel Wasser in den Gletschern gebunden, so dass die Meeresenge ausgetrocknet war. So betraten die ersten Menschen den amerikanischen Kontinent.  Von dort aus sollen sie innerhalb von 1.000 Jahren den amerikanischen Kontinent bis nach Südamerika besiedelt haben. Charakteristika der ersten Einwanderer zeigten sich deutlich bei einigen Indianerstämmen, wie den Sioux, den Blackfoot und den Cherokee
Vor 3000 bis 4000 Jahren setzte laut der Studie eine zweite Einwanderungswelle ein. Die Übersiedler seien Chinesen, Südostasiaten und Mongolen gewesen. Vermutlich kamen sie mit kleinen Booten über die Beringstraße, die nach der großen Eisschmelze mit Wasser gefüllt war. Bei diesen Migranten handle es sich hauptsächlich um die später im Norden lebenden Eskimos und Aleut. Einige von ihnen hätten aber auch den Süden bevölkert und seien heute als Navajo-Indianer bekannt
                        Archelogische Funde zeigen, dass diese Einwanderungs-Erkenntnisse neu bewertet werden müssen. Möglicherweise gab es auf den amerikanischen Kontinent schon Vorfahren vor den Indianer, vor etwa 12000 Jahren. Einwanderungswellen aus Asien, Europa und Afrika die den neuen Kontinent mit Segelschiffen erreichten waren wohl die ersten Menschen auf den amerikanischen Kontinent. Im Herbst wurde in Brasilien ein menschliches Fossil entdeckt das bis zu 15.000 Jahre alt sein kann und afrikanische Zuge aufweist. Am Ufer von Colorado im Bundesstaat Washington wurde das Skelett des "Kennewick-Mann" ausgegraben. Eine Pfeilspitze tötet ihn vor 9200 Jahre. Er besaß weder indianische noch kaukasoide Züge, vermutlich stammt er ursprünglich aus Südostasien. 12 000 Jahren wurde es wieder wärmer auf der Erde. In dieser Zeit entwickelten sich die wohl aus Japan stammenden Auswanderer, in ihrer neuen amerikanischen Heimat, zu außerordentlich erfolgreichen Sammler und Großwildjäger. Zu ihrer Beute gehörten z. B. das Mammut, der Urbison oder das Riesenfaultier. Die Tiere waren Ahnungslos und hatten dieser Art von Bejagung nichts entgegenzusetzen. Das Mammut wurde von den Einwanderer fast  bis zur vollständigen Ausrottung gejagt.
Andere Menschen der Cro-Magnom Gruppe bevölkerten vor circa 20 000 Jahren den gesamten südostasiatischen und malyaisch- indonesischen Raum. In dieser Zeit ragte das Sundaschelf*,  ähnlich wie die Beringstraße, über den Meeresspiegel hinaus, so dass die Menschen auch hier trockenen Fußes die neuen Gebiete erreichten.
In jüngster Zeit entdeckte man in dem Dorf "Göbekli "im Süden der Türkei  vorsintflutliche, (d.h. vor etwa 10.000 bis 11.000 Jahren) Schutthügel. Sie beweisen unter anderem, so die Wissenschaftler, dass Jäger und Sammler, vor dieser Zeit, dort die ersten monumentalen Gebäude der Welt errichteten. Doch wie konnten Tausende von Menschen (ohne Kenntnisse über der Ackerbau) in den Gebäuden von Göbekli und Hüyük eingepfercht in dunklen Katakomben, ohne Brot überleben? Die Erklärung der Prä-Historiker zeigt, dass die Hochdörfler von einer hochspezialisierten Jagdform lebten. Die bis dahin angenommene Theorie, dass die Steinzeitbauer erst durch Ackerbau sesshaft wurden, musste durch die Funde in Anatolien neu überdacht werden. Mit Riesenfallen (z.B. V-förmig Mauern) wurden die Tierherden von sogenannten Gazellenjägern zusammengetrieben. So fiel schlagartig tonnenweise Fleisch an. Das Fleisch wurde in gigantischen Lagern geräuchert und gelagert, so dass in den Steinzeitsiedlungen die Menschen auch ohne Brot überlebten.
Aus diesen  Kernregionen des Fortschritts entwickelte sich das experimentieren mit dem Anbau von Getreide. Um 7000 v.Chr. waren es die Orientalen vom Oberlauf des Euphrat die den Ackerbau erfanden und die landwirtschaftlichen Flächen mit Gerste und Linse ausbauten. Etwa 1000 Jahre später wurde der Ausbau der landwirtschaftlichen Flächen, von dem asiatischen Sichelschwinger, bis in das heutige Jugoslawien und das Mittelmeer Richtung Spanien vorrangetrieben.
In dieser Zeit, so schätzten die Wissenschaftler, ist die Weltbevölkerung auf etwa fünf bis zehn Millionen Menschen angewachsen. Die interessante Neuerung im Zeitalter des Mesolithikums*3 der  mittleren Steinzeit, ist die Einführung des
abstrakten Motivs in der Malerei, die Entdeckung des Symbols. Dieser Umsturz aller Traditionen, durch den Ur-Bauern der mittleren- und Jung-Steinzeit, lassen sich auch auf den ersten Seiten der "Heiligen Schrift" nachlesen:

Im 1. Buch Mose 3 muss Adam das Paradies verlassen (als dessen Grenzfluss der Euphrat genannt wird) Fortan erntet er im "schweiße seines Angesichts" Feldfrüchte.
Im nächsten Kapitel geraten die Prototypen der sesshaften Lebensform, Kain der Ackermann und Abel, den Viehhalter aneinander wobei Kain Abel erschlägt.

Dann folgt die Geschichte Noahs, wahrscheinlich ein märchenhafter Reflex auf einer realen Naturkatastrophe, und rückt das Geschehen nach Kleinasien. (am Ararat läuft die Arche auf Grund) Der Sintflut-Mythos könnte am Schwarzen Meer seinen Ursprung haben. Wissenschaftliche Ausgrabungen lassen den Schluss zu, dass die Siedler am Schwarzen Meer von der Sintflut überrascht wurden und mit Einbäumen und Fellboten über Donau und Schwarzmeer bis in die Ägäis gefahren sind und so den Ackerbau nach Europa brachten.
Durch den Fortschritt des Ackerbaus wurde das Bewölkungswachstum um ein vielfaches beschleunigt, so schätzt man, dass vor 5000 Jahren bereits 100 Millionen Menschen auf der Erde lebten. In dieser Jungsteinzeit (Neolithium 7./ 6Jt. im Orient, im 5.Jt.in Europa) entwickelte sich ein neues  Bewusstsein für die Zeit, man erkannte und beobachtete den Zusammenhang zwischen den Umlauf der Sonne und den Wechsel Jahreszeiten. Die ständig wachsende Bevölkerung führte zu neuen Formen des Zusammenlebens und zu einem egoistischen Besitzdenken. In Nordsyrien entstanden gewaltige Metropolen, wie die antike Königsstadt Elba. Sie war 2200 v. Chr. ein Handelszentrum für das gesamte Umland. Die neue Organisation des Zusammenlebens erforderte Fachleute wie: Handwerker, Händler und andere Spezialisten. In Elba wurde auch die älteste Bibliothek der Welt entdeckt. So entstanden durch Differenzierung einzelner Aufgaben und der Spezialisierung von Tätigkeiten neue Formen des gesellschaftlichen Lebens. Überall da, wo man die Voraussetzungen für fruchtbaren Ackerbaus vorfand, entwickelten sich neue hohe Kulturen. An den großen Strömen Euphrad, Tigris, Nil und Indus kultivierte man Getreide, In Mittelamerika pflanzte man den Mais an und in China gründete sich eine große Zivilisation auf den Reisanbau. Es entstanden moderne Zivilisationen die ihre Wurzeln in der Agrarkultur hatten. "Neolithische Revolution" nannte der australische Archäologenpapst Gordon Childe diesen umstürzenden Lebens-Wandel des Homo sapiens sapiens, deren Anfänge nach der Eiszeit vor etwa 11000 Jahren datiert sind und schließlich zu Wolkenkratzer und Gentech- Raps führte.
Die Entwicklung der Landwirtschaft und die damit verbundene Bevölkerungsdichte förderte die Kommunikation und Information innerhalb der bewohnten Metropolen. Wobei sich  die Spezialisierungen der menschlichen Tätigkeit in Handwerks- und  Berufsgruppen zusammenschlossen. Der technische Fortschritt war der wesentliche Motor dieser revolutionären Entwicklung.
siehe: Von der Antike in die Neuzeit:
Mit Hilfe von Werkzeugen und später durch Maschinen, kontrollierte und manipulierte der Mensch seine Umwelt. Die Anwendung der Hebelgesetze in der Steinzeit ermöglichten den Bau der großen Kulturdenkmäler.
400 v.Chr. wurden in Griechenland die ersten fossilen Brennstoffe (Erdgas) als Wärmeenergie verwendet.
Die Nutzung der Kohle wurde vermutlich seit 852 n.Chr. in England durchgeführt.
In der Lüneburger Heide bohrte man 1857 erstmals nach Erdöl.
Die Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert und der Wechsel, vom Jäger- Sammlerdasein zur Landwirtschaft, war ein weiterer Meilenstein der industriellen Revolution.

Die Ausbeutung der Natur  und deren Ressourcen wurde  immer gezielter und egoistischer durchgeführt. Diese Auswirkungen, verbunden mit der Bevölkerungsexplosion, sind für unseren Planeten wohl kaum noch abzuschätzen. Vergleicht man den Energieverbrauch von Mensch und Tier nach dem Gewicht (nach diesem Prinzip müsste der Energieverbrauch von Mensch und Schaf etwa identisch sein) kommt man zu der besorgniserregenden Bilanz: Die Bevölkerungsdichte eines Säugers mit dem Gewicht eines Durchschnittsmenschen dürfte 180 Millionen nicht überschreiten, wenn er das gesamte Land der Erde besiedeln könnte. Mit anderen Worten: 180 Millionen Schafe dürften zum Beispiel, rein energetisch betrachtet, auf der Erde leben, wenn sie von Grönland bis zur Antarktis weiden dürften. Die menschliche Bevölkerung ist über 33mal größer als es theoretisch möglich ist. Über 6 000 000 000 (Milliarden) Menschen drängen sich inzwischen auf dem Erdball und jeder Einzelne verbraucht 40mal mehr Energie als jedes vergleichbare große Tier!
Der Zukunftsforscher Dennis Meadows, Direktor der Universität New  Hampshire, geht davon aus, dass der Planet ziemlich schnell die Fähigkeit verlieren wird, jeden Menschen  zu ernähren. Die Weltbevölkerung wird, nach seiner Einschätzung, zwischen 2030 und 2050 ihren Gipfel überschreiten. Die Sterberate  steigt an und die Weltbevölkerung schrumpft auf ein Maß, das man ernähren kann. Persönlich glaube ich, dass die Gefährdung der Menschheit nicht nur in der mathematisch erfassbaren Überbevölkerung liegt. Sie ist auch in  dem geistigen Defizit der menschlichen Wahrnehmung zu erkennen. Wir Menschen erkennen nur unzureichend die Auswirkungen unserer Ausbeutungsstrategie und missachten somit die, seit 4 Milliarden bewerte Strategie der globalen Anpassung.  Die menschliche Selbstvernichtung, zum Beispiel: durch die Zerstörung vieler Ökosysteme, Ausrottung vieler Tierarten, Vernichtung der Umwelt, Manipulation der Natur, sowie die mögliche Selbstausrottung durch einen atomaren Gau, ist nicht nur eine Folge der Überbevölkerung, sondern auch der Selbstüberschätzung unserer Macht! 
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind die drei entscheidenden Ursachen mit der die Menschheit seit Jahrhunderte die Lebensräume auf unserer Erde zerstört: 
1. Die Übernutzung von Tier und Pflanzebestände. (z.B. die Überfischung der Meere)
2. Die Verbreitung fremder Arten durch die globale Ausweitung der Menschen. z.B. wurden fremde Tierarten in Naturgebiete fremder Länder verpflanzt, wo eine natürliche Auslese nicht stattfand. Folge war eine unkontrollierte Ausbreitung und die Zerstörung des Ökosystems.
3. Verinselung und Zerstörung artenreicher Lebensräume. Sogenannte "Hot Spotz" (Gebiete in den die Artenvielfalt besonders hoch ist, weltweit 25 Gebiete, die meisten liegen in tropischen Gefilden), werden durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum bedroht und zerstört.
Ein weiter Grund für die menschliche Zerstörungsmentalität ist seine Mobilität, sie ermöglicht ihm sich überall dort anzusiedeln, wo es im beliebt, wenn es ihm nicht mehr gefällt wandert er aus und hinterlässt seine vernichtenden Spuren. Er braucht nicht wie fast alle anderen Lebensarten sein Leben  nach seiner Umgebung einzurichten er verändert die Umwelt nach seinen Bedürfnissen und zerstört damit nicht selten ein Ökosystem für viele Lebwesen. Der Slogan "macht euch die Erde Untertan" hat uns eine Siegermentalität beschert deren Machttrieb auch heute noch, im Zeitalter der Aufklärung, unser Leben bestimmt. So wichtig auch der Kampf nach Macht und Überleben, in der Vergangenheit für die Menschheit war, so Lebensvernichtend kann dieses Dogma der  "Macht- und Besitzansprüche" heute für die Menschheit sein. Am ende siegt die Anpassung.
Milliarden von Bakterien haben in den vergangenen 3,5 Milliarden Jahren zigtausend von Arten hervorgebracht wobei sie alle Evolutionsepochen überlebt haben. Ihre Überlegenheit im überleben spiegelt sich nicht durch eine bewusste Wahrnehmung, sondern durch Anpassungsfähigkeit wieder. Der Mensch der durch sein Bewusstsein sich und seine Umwelt in Frage stellt, entwickelte eine Philosophie der Unterschiede. Die Folgen dieser geistigen Auseinandersetzung und die damit verbundenen menschlichen Irrtümer sind fatal und können das Ende der Menschheit herbeiführen. Diese Selbstvernichtungsmöglichkeit sind dem Menschen zwar bewusst, doch sein unbewusster Verdrängungsmechanismus und seine Sucht nach Bedürfnisbefriedigung lassen ihn für diese Weitsicht wenig Spielraum.
Voraussetzung für das angepasste Überleben der Menschheit wäre ein Hintergrundwissen über ökologische und ökonomische Langzeitfolgen unserer Umwelt, die sich über Jahrhunderte oder sogar über Jahrtausende erstrecken (Gaia - Intelligenz). Würde der Mensch sein Handel  nach dieser Weitsicht anpassen und sein Bewusstsein über seinen Tod; nicht mit der Angst vor dem Ende, sondern mit dem Streben nach Neubeginn bewerten, dann würde sich ein präventives Handeln entwickeln, das über unseren zeitlichen Aufenthalt auf unseren Planeten hinaus ginge.  
Viele Millionen von Generationen benötigte die Evolution, bis der  Menschen als Spätankömmlinge auf dieser Erde sesshaft wurde, und nach dem Paläontologen Stephen Jay Gould können wir froh sein, dass wir überhaupt da sind. 
Stellen wir uns vor, bei der Zellteilung einer ganzbestimmten Bakterie, vor circa 3 bis 4 Milliarden Jahren, hätte sich  eine winzige Veränderung an der Erbmasse (Mutation) ereignet, so hätte ich oder der Leser oder sonst ein Mensch dieser Erde, dass Licht der Welt nie erblickt. Eine weitere Chance hätte der Mensch nie bekommen. Nicht genug, die eigentliche Triebkraft der Evolution ist die schlichte Tatsache, dass immer nur ein kleiner Teil jeder Generation heranwachsen und sich fortpflanzen konnte (denn ohne natürliche Auslese keine Entwicklung) So ist unser Stammbaum eine ununterbrochene Kette von Zygoten und Zellteilungen die viele Millionen von Generationen überlebt hat. In jeder Phase haben wir es geschafft unsere Zelle zu teilen, fortzupflanzen, zu befruchten und lebendige Junge zugebären. Wenn nur einer unserer vielen Millionen Vorfahren z.B. eine Amphibie oder ein Kriechtier vor erreichen der Geschlechtsreife zu Grunde gegangen wäre, dann hätte unser Dasein nie exsistiert. So ist unsere Existenz wohl einmaliger als ein Lottogewinn.
Wenn man die Entwicklungsgeschichte auf 24 Stunden reduziert, so lebte der Mensch auf dieser Erde etwa 5 Minuten. Doch in dieser kurzen Zeit schaffte es der Mensch, mit seiner narzisstischen Intelligenz und Phantasie, den Lebensraum der Erde so auszubeuten, dass viele glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis unsere Erde ein menschenleerer Trabant ist. 
Für die Vielfalt unserer Natur wird das Aussterben der Menschheit eine neue ökologische Revolution hervorrufen und eine Vielzahl von Lebensarten vor dem weiteren Aussterben bewahren.
Die kosmische Weiterentwicklung der Erde wird unser Dasein überdauern, den sie ist um Milliarden von Jahren klüger und geduldiger als das Gehirn des Menschen. Kosmisch  gesehen, ist das aussterben des Homo sapiens sapiens oder die Vernichtung des  Planeten Erde, so bedeutungslos, wie das Versinken eines Sandkorns im Meer.
Unsere Chancen liegen, trotz aller angebrachten Zweifel, in dem Bewusstsein über unserer Vergangenheit.  Die Erde, auf die wir gehen, besteht aus dem Staub unserer Ahnen. Es gibt keinen entgültigen Tod, sondern nur Neubeginn. Nehmen wir diese Aborrgines-Weisheit ernst dann wissen wir, dass unsere kosmologische Vergangenheit die Botschaft für die Zukunft darstellt. Unser Leben wird durch die Fortpflanzung geprägt, sie ist der Neubeginn für unsere Zukunft. Meine "Geschichte der Materie" zeigt, dass jedes Teilchen im Universum die Zukunft durch seine Entwicklung prägt. Unsere Zukunft wird durch unser Handeln geprägt sein.


11 Zyklus 

Die Zukunft
 
- Zeit der Einsamkeit -

Das 20. Jahrhundert brachte der Wissenschaft die Entdeckung, dass die Galaxien sich von uns weg bewegen, unser Universum expandiert seit dem Urknall vor etwa 15 Milliarden Jahren wie ein sich aufblähender Luftballon. Voraussetzung hierfür war die Konzentration dieser Energie in einem winzigen Punkt, bevor es zu Big Ben kam.
Raum und Zeit hatten somit einen Anfang den wir bis auf 10-43 Sekunden vor dem Urknall zurückverfolgen können.
Bleibt die Frage nach dem Ende:
Im Jahre 2001 bestätigten die Untersuchungsergebnisse über die kosmische Hintergrundstrahlung, dass unser Universum in die Unendlichkeit expandiert.
- aus dem "Big Ben" wird ein "Big Crunch". Diese überraschende Erkenntnis wurde u.a. durch eine bis dahin nie da gewesene Messgenauigkeit von Temperaturschwankungen innerhalb der Hintergrundstrahlung bestätigt. Der Messballon "Boomerang", ein fliegendes Observatorium, registrierte in der Reststrahlung des Urknalls winzige Temperaturunterschiede, die mathematische Rückschlüsse über die stärke der Weltallkrümmung zulassen. Die errechnen sich wiederum aus den Erkenntnissen der Materienverklumpung aus der Frühzeit des Universums. Das Universum ist demnach so gut wie gar nicht gekrümmt. Ein Lichtstrahl der sich durch den leeren Raum bewegt wird auch nach Jahrmillionen kaum von seiner gradlinigen Bahn abgelenkt. Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist, dass unser Kosmos bei weiten nicht so viel Materie enthält als bisher von vielen Wissenschaftlern angenommen. Eine zwingende  Konsequenz aus der Allgemeinen Relativitätstheorie (massentragende Körper verformen den umliegenden Raum). 
Ein weiterer Beleg, für die grenzenlose Expansion des Universums, ist die noch als mysteriös wirkende Anti- Gravitationskraft. Eine sogenannte "dunkele Energie" sorgt dafür, dass die Galaxien immer schneller auseinander treiben. Diese unsichtbare Kraft wurde durch die Standtortbestimmung der Supernova 1997ff bestätigt. Seine Entfernung von 11,3 Milliarden Lichtjahren ist weiter als das unbeschleunigte Weltall sie platziert hätte. 
So zeigt sich, auch wenn man davon ausgeht, dass die noch weitgehend unerforschte Dunkelmaterie, die etwa 80% der Gesamtmaterie ausmacht, dass unser Weltall wohl auf ewig auseinanderdriftet. Die trostlose Prognose unserer universellen Zukunft lässt den Kosmos finster, leer und einsam werden, wobei sich die Materie bis in die kleinsten Bausteine der Atome auflösen wird. Abgesehen von lokalen Materiengruppen wie die Galaxien werden sich alle Objekte mit wachsender Geschwindigkeit voneinander entfernen. Das Licht der Sterne wird durch die Entfernung immer langwelliger bis wir es nicht mehr messen können, sie werden, lange bevor sie erloschen sind, unsichtbar. 
Für das Leben auf der Erde beginnt der Existenzkampf schon bedeutend früher als man bisher angenommen hatte. Bislang erwartete man, dass in circa 5 Milliarden Jahren die aufblähende Sonne unsere Erde gewaltig erhitzt und jedes Leben für immer vernichtet. Doch für den Menschen auf unseren Planeten wird schon in 500 Millionen Jahre die Luft so dünn werden, dass er daran ersticken wird. Auf diese überraschende Feststellung stieß der Physiker Siegfried Frank und sein Team vom Potsdam-Institut für Klimaforschung. Computersimulationen zeigten, dass schon vor der Aufblähungsphase der Sonne ihre Leuchtkraft immer stärker wird (alle 100 Millionen Jahre um ein Prozent)
Auf der Erde kommt es dadurch zu höheren Verdunstungen und damit zu mehr Niederschlag. Das Kohlendioxid wir auf dieser Weise aus der Atmosphäre herausgewaschen und lagert sich als Kalkstein am Meeresrund ab. Ohne eine Mindestkonzentration an Kohlendioxid in der Biosphäre können aber keine Pflanzen gedeihen. Erst verkümmern alle Bäume, Sträucher und Gräser, dann geht den Menschen und den Tieren die Luft aus. Vielleicht finden bis dahin die Menschen in unserer Galaxie ein weitaus gemütlicheres Plätzchen wo es sich bedeutend angenehmer leben lässt.
Doch wie lange wird es überhaupt Sterne in unserer Milchstraße geben und wann werden die letzten von ihnen erloschen sein?
Nach neusten Berechnungen werden erst in rund 100.000 Milliarden Jahren die letzten Sonnen in unserem Universum verglühen. Das Weltall wird dann aber auch nicht vollkommen leer und dunkel sein. Die meisten Sonnen enden als sogenannte "Weiße Zwerge". (Weiße Zwerge sind verglühende Sterne der mittleren Größe, die nach dem sie ihrer Gashülle abstoßen in sich zusammenschrumpfen). Allein in der Milchstraße wird es schließlich fast eine Billionen davon geben. Sie haben eine fast unendliche Lebensdauer, es gelingt ihnen sogar die fast unerschöpfliche dunkle Materie einzufangen um sie in ihrem Inneren zu verbrennen. Auch die Erde wird es in dieser weitentfernten Zukunft wahrscheinlich noch geben, wenn sie nicht durch einen Crash zerstört wurde, treibt sie als einsamer tiefgefrorener Planet durch düstere interstellare Welten. Sämtliche Planeten der Galaxie werden als Einsiedler enden und heimatlos durch den lichtlosen Raum irren. Jedoch erst in einigen Quintillionen Jahren gehen im Weltall entgültig die Lichter aus. Dann kommt es zum totalen zerfall: Die Materie löst sich auf, das heißt, nicht nur alle Weißen Zwerge, Planeten ihre Monde, alle Asteroiden, Kometen und Staubwolken zerfallen, auch die Bausteine der Atomkerne wie  Protonen und Neutronen habe nur eine begrenzte Lebensdauer. Sie zerfallen nach und nach, dabei verwandelt sich Materie in Strahlungsenergie. Selbst danach wird das Weltall nicht völlig leer sein. Die Gravitations-Monster  aus dem die "Schwarzen Löcher" bestehen bilden dunkele Insel aus der universellen Düsternis. In der nähe ihrer Oberfläche bleibt in den gewaltigen Schwerfeld die Zeit fast stehen; in ihrem Inneren leben die Atome länger. Doch irgendwann verlassen selbst diese Darsteller die Himmelbühne. in einem Zeitraum, der die menschliche Vorstellungskraft vollends sprengt (10 Milliarden Billiarden Billiarden Billiarden Billiarden Billiarden Billiarden Jahre) so spekulieren die Wissenschaftler, platzen die Schwerkraftblasen und ergießen ihre Energie ins allumfassende Nichts. Nach dem explosiven Ende der Schwarzen Löcher folgt der letzte Zyklus des sterbenden Universums. Auch ohne der materiellen Struktur der Atome dehnt sich der leere Raum, getrieben von der im innewohnenden dunkeln Energie, immer weiter aus. In diesem sich  grenzenlos ausdehnenden Kosmos befinden sich alle paar Billionen Lichtjahre einige Lichtteilchen die in Millisekunden vorbeihuschen. Es ist eine depressive Unendlichkeit die das sterbende Universum hinter sich lässt.
War es  das wirklich? Eine Hoffnungsspur ist der Mikrokosmos. Nach der Quantentheorie ist selbst so etwas wie das Vakuum nicht wirklich leer. Aus dem Nichts entstehen geisterhafte Teilchen die sofort nach ihrem erscheinen wieder vergehen. Hierbei ist es aber möglich, dass durch den winzigen Energiesprung aus dem Nichts sich eine Ereigniswelle auftürmt  die das Vakuum selbst ohne erkennbare Ursache in einen höheren Energiezustand bringt. Teilchenforscher nennen diesen Energiegeladenen Zustand "falsches Vakuum". Diese Vakuum-Energie führt zu einer Kraft, die den Raum blitzartig auseinander drückt: Der Mikrokosmos wächst sprunghaft zum Makrokosmos. Eine Vakuum-Eruption entspricht der Expansionsphase nach dem Urknall vor circa 15 Milliarden Jahren. Viele Physiker sind der Meinung, dass man nur lange genug warten muss, bis es wieder zu so einem Schöpfungsakt kommt. "Der Urknall war kein Einzelfall". Die Geburt eines neuen Universums, würde damit beginnen, dass irgendwo im grenzenlosen, leeren Raum erneut eine mikroskopisch kleine Blase falschen Vakuums entsteht und sich mit extrem hoher Geschwindigkeit ausdehnt. In weniger als eine Sekunde würde sich die Vakuumblase als Tochteruniversum vom umliegenden Weltraum abschnüren, sich als eigenständiges Universum abnabeln und eine neue Geschichte über die Evolution der Materie einleiten. Da eine Quantenfluktuation im Vakuum immer wieder auftreten kann, gibt es wahrscheinlich unendlich viele Universums die getrennt voneinander existieren und doch aus einem Mutteruniversum sich entwickelten.
So zeigt die Geschichte über die Materie, dass es in der Unendlichkeit von Raum und Zeit  keinen Anfang und kein Ende gibt. Der grenzenlose Prozess der Energieumwandlung kann sich nicht selbst vernichten sondern nur verändern.

vorläufiges
ENDE


Begrifferklärung:
*Cro-Magnom: Der Name wurde nach ihre Fundstätte der Cro-Magnom-Höhle in Frankreich benannt.
* Eurasiens: Doppelkontinent bestehend aus Europa und Asien
*Tundren:  Baumlose Pflanzenformationen der polaren u. subpolaren Zonen
*Sundaschelf: Kontinentalsockel, bis zu 200 m unter den Meeresspiegel liegender Küstenrand
 *Mesolithikums: Kulturepoche etwa 8000 v.Chr.


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