STARTSEITE                                                  2004                                   KURZ-FASSUNG

 

11. Kapitel

DIE GESCHICHTE DER MATERIE

10. Zyklus
Das Zeitalter des modernen Menschen 

"Homo sapiens sapiens"

Üd.:08.2001
Der Mensch, so zeigen meine Ausführungen über die Evolution, entstammt einer Entwicklungsphase die vor etwa vier Milliarden Jahren, in kochendheißem Wasser der Urozeane, ihren Anfang hatte. Im Ablauf der Äonen, betrat der Mensch die Bühne der Welt, erst vor einem kurzen Augenblick. Der Homo sapiens sapiens als Hauptdarsteller begann, vor circa 150.000 Jahren, mehr und mehr am Drehbuch der Natur mitzuschreiben. Der moderne Mensch stammt vermutlich, wie viele andere Hominiden aus Afrika. Von dort scheinen sich verschiedene Stämme auf dem Weg gemacht zu haben, um zunächst den gesamten Kontinent und schließlich den Rest des Planeten zu bevölkern. Vor 30.000 bis 40.000 Jahren sind die "Cro-Magnom" in Ost- und Mitteleuropa eingewandert. Auch in Australien hat es schon vor über 30.000 Jahren Menschen vom Typ Cro-Magnom gegeben.
In der Endphase der Eiszeit fanden die Gesellschaften der Frühmenschen, in Europa und Asien, bei einer Durchschnitttemperatur von 10° bis 11° Celsius, gute Lebensbedingungen und ausreichen Nahrung vor.  Dieser eiszeitliche Jäger musste aber die Besitzansprüche in weiten Teilen Europas dem vor circa 250 000 Jahren eingewanderten europäischen Ureinwohner Homo sapiens Neandertalensis streitig machen. Auch wenn der Neandertaler.  


Darstellung eines Pferdes in den prähistorischen
Gravuren der Höhle von Cussac.
                                       Foto: AP

Wie schon in Zyklus 9 beschrieben, diesen Krieg vor etwa 27 000 Jahren mit seiner Ausrottung bezahlen musste, brachte er dem modernen Menschen eine revolutionäre Entwicklung in seinem kulturellen Denkweise und seiner technischen Fähigkeiten. Die Homo faber hatte offenbar ihr Leben soweit organisiert, dass ihnen Zeit für die Herstellung von Skulpturen und Felsmalerei blieb. Die bislang frühste bildliche Darstellung zeigt die Umrisszeichnung einer menschlichen Hand. Tief im Inneren der Höhle Bara-Bahau in Frankreich, hatte ein Eiszeitmensch vor etwa 40.000 Jahren diese Linien in den weichen Stein der Höhlenwand geritzt.

Die nächsten bekannten Motive sind Tierfiguren, die zum Teil zweifarbig mit Ocker und Rot ausgemalt wurden. Die vergleichsweise guten Lebensbedingungen führten vermutlich auch zu einer höheren Bevölkerungsdichte. Um nicht zu verhungern mussten, durch das anwachsen der Bevölkerung, immer neue Jagdgebiete erschlossen werden. Über den Tundren* des eiszeitlichen Europas wanderten sie weiter in Richtung Norden und Osten um neues Land zu erschließen. 
Laut einer Studie aus der USA die C. Loring Brace und sein Forscherteam aus den Schlussfolgerungen detaillierten Untersuchungen von 21 Knochenmerkmalen an nahezu 10.000 alten menschlichen Schädeln erstellten. Die Forscher vermuten, dass vor rund 15000 Jahren, die Jomon-Ainu über die Beringstraße auf den amerikanischen Kontinent kamen. Am Ostende Eurasiens bot ihnen möglicherweise die Eiszeit eine Chance ihre Jagdgebiete weiter auszubreiten, in dem sie die 85 Kilometer breite Beringstraße zwischen Amerika und Asien trocken Fußes überquerten. Die Kälteperiode hatte sehr viel Wasser in den Gletschern gebunden, so dass die Meeresenge ausgetrocknet war. So betraten die ersten Menschen den amerikanischen Kontinent.  Von dort aus sollen sie innerhalb von 1.000 Jahren den amerikanischen Kontinent bis nach Südamerika besiedelt haben. Charakteristika der ersten Einwanderer zeigten sich deutlich bei einigen Indianerstämmen, wie den Sioux, den Blackfoot und den Cherokee
Vor
3000 bis 4000 Jahren setzte laut der Studie eine zweite Einwanderungswelle ein. Die Übersiedler seien Chinesen, Südostasiaten und Mongolen gewesen. Vermutlich kamen sie mit kleinen Booten über die Beringstraße, die nach der großen Eisschmelze mit Wasser gefüllt war. Bei diesen Migranten handle es sich hauptsächlich um die später im Norden lebenden Eskimos und Aleut. Einige von ihnen hätten aber auch den Süden bevölkert und seien heute als Navajo-Indianer bekannt
Archelogische Funde zeigen, dass diese Einwanderungs-Erkenntnisse neu bewertet werden müssen. Möglicherweise gab es auf den amerikanischen Kontinent schon Vorfahren vor den Indianer, vor etwa 12000 Jahren. Einwanderungswellen aus Asien, Europa und Afrika die den neuen Kontinent mit Segelschiffen erreichten waren wohl die ersten Menschen auf den amerikanischen Kontinent. Im Herbst wurde in Brasilien ein menschliches Fossil entdeckt das bis zu 15.000 Jahre alt sein kann und afrikanische Zuge aufweist. Am Ufer von Colorado im Bundesstaat Washington wurde das Skelett des "Kennewick-Mann" ausgegraben. Eine Pfeilspitze tötet ihn vor 9200 Jahre. Er besaß weder indianische noch kaukasoide Züge, vermutlich stammt er ursprünglich aus Südostasien. 
Mit beginn der Nacheiszeit vor etwa 12000 Jahren wurde es wieder wärmer auf der Erde. In dieser Zeit entwickelten sich die wohl aus Japan stammenden Auswanderer, in ihrer neuen amerikanischen Heimat, zu außerordentlich erfolgreichen Sammler und Großwildjäger. Zu ihrer Beute gehörten z. B. das Mammut, der Urbison oder das Riesenfaultier. Die Tiere waren Ahnungslos und hatten dieser Art von Bejagung nichts entgegenzusetzen. Das Mammut wurde von den Einwanderer fast  bis zur vollständigen Ausrottung gejagt.
Andere Menschen der Cro-Magnom Gruppe bevölkerten vor circa 20.000 Jahren den gesamten südostasiatischen und malyaisch- indonesischen Raum. In dieser Zeit ragte das Sundaschelf*,ähnlich wie die Beringstraße, über den Meeresspiegel hinaus, so dass die Menschen auch hier trockenen Fußes die neuen Gebiete erreichten.
In jüngster Zeit entdeckte man in dem Dorf "Göbekli "im Süden der Türkei  vorsintflutliche, (d.h. vor etwa 10.000 bis 11.000 Jahren) Schutthügel. Sie beweisen unter anderem, dass Jäger und Sammler vor dieser Zeit dort die ersten monumentalen Gebäude der Welt errichteten. Doch wie konnten Tausende von Menschen (ohne Kenntnisse über der Ackerbau) in den Gebäuden von Göbekli und Hüyük eingepfercht in dunklen Katakomben, ohne Brot überleben? Die Erklärung der Prä-Historiker zeigt, dass die Hochdörfler von einer hochspezialisierten Jagdform lebten. Die bis dahin angenommene Theorie, dass die Steinzeitbauer erst durch Ackerbau sesshaft wurden, musste durch die Funde in Anatolien neu überdacht werden. Mit Riesenfallen (z.B. V-förmig Mauern) wurden die Tierherden von sogenannten Gazellenjägern zusammengetrieben. So fiel schlagartig tonnenweise Fleisch an. Das Fleisch wurde in gigantischen Lagern geräuchert und gelagert, so dass in den Steinzeitsiedlungen die Menschen auch ohne Brot überlebten.
Aus diesen  Kernregionen des Fortschritts entwickelte sich das experimentieren mit dem Anbau von Getreide. Um 7000 v.Chr. waren es die Orientalen vom Oberlauf des Euphrat die den Ackerbau erfanden und die landwirtschaftlichen Flächen mit Gerste und Linse ausbauten. Etwa 1000 Jahre später wurde der Ausbau der landwirtschaftlichen Flächen, von dem asiatischen Sichelschwinger, bis in das heutige Jugoslawien und das Mittelmeer Richtung Spanien vorrangetrieben.
In dieser Zeit, so schätzten die Wissenschaftler, ist die Weltbevölkerung auf etwa fünf bis zehn Millionen Menschen angewachsen. Die interessante Neuerung im Zeitalter des
Mesolithikums*3 der  mittleren Steinzeit, ist die Einführung des abstrakten Motivs in der Malerei, die Entdeckung des Symbols. Dieser Umsturz aller Traditionen, durch den Ur-Bauern der mittleren- und Jung-Steinzeit, lassen sich auch auf den ersten Seiten der "Heiligen Schrift" nachlesen:

Im 1. Buch Mose 3 muss Adam das Paradies verlassen (als dessen Grenzfluss der Euphrat genannt wird) Fortan erntet er im "schweiße seines Angesichts" Feldfrüchte.
Im nächsten Kapitel geraten die Prototypen der sesshaften Lebensform, Kain der Ackermann und Abel, den Viehhalter aneinander wobei Kain Abel erschlägt.

Dann folgt die Geschichte Noahs, wahrscheinlich ein märchenhafter Reflex auf einer realen Naturkatastrophe, und rückt das Geschehen nach Kleinasien. (am Ararat läuft die Arche auf Grund) Der Sintflut-Mythos könnte am Schwarzen Meer seinen Ursprung haben. Wissenschaftliche Ausgrabungen lassen den Schluss zu, dass die Siedler am Schwarzen Meer von der Sintflut überrascht wurden und mit Einbäumen und Fellboten über Donau und Schwarzmeer bis in die Ägäis gefahren sind und so den Ackerbau nach Europa brachten.
Durch den Fortschritt des Ackerbaus wurde das Bewölkungswachstum um ein vielfaches beschleunigt, so schätzt man, dass vor 5000 Jahren bereits 100 Millionen Menschen auf der Erde lebten. In dieser Jungsteinzeit (Neolithium 7./ 6Jt. im Orient, im 5.Jt.in Europa) entwickelte sich ein neues  Bewusstsein für die Zeit, man erkannte und beobachtete den Zusammenhang zwischen den Umlauf der Sonne und den Wechsel Jahreszeiten. Die ständig wachsende Bevölkerung führte zu neuen Formen des Zusammenlebens und zu einem egoistischen Besitzdenken. In Nordsyrien entstanden gewaltige Metropolen, wie die antike Königsstadt Elba. Sie war 2200 v. Chr. ein Handelszentrum für das gesamte Umland. Die neue Organisation des Zusammenlebens erforderte Fachleute wie: Handwerker, Händler und andere Spezialisten. In Elba wurde auch die älteste Bibliothek der Welt entdeckt. So entstanden durch Differenzierung einzelner Aufgaben und der Spezialisierung von Tätigkeiten neue Formen des gesellschaftlichen Lebens. Überall da, wo man die Voraussetzungen für fruchtbaren Ackerbaus vorfand, entwickelten sich neue hohe Kulturen. An den großen Strömen Euphrad, Tigris, Nil und Indus kultivierte man Getreide, In Mittelamerika pflanzte man den Mais an und in China gründete sich eine große Zivilisation auf den Reisanbau. Es entstanden moderne Zivilisationen die ihre Wurzeln in der Agrarkultur hatten. "Neolithische Revolution" nannte der australische Archäologenpapst Gordon Childe diesen umstürzenden Lebens-Wandel des Homo sapiens sapiens, deren Anfänge nach der Eiszeit vor etwa 11000 Jahren datiert sind und schließlich zu Wolkenkratzer und Gentech- Raps führte.

Ursprung und Ausbreitung des Ackerbaus in Europa

Die Spur des Korns
Die Ausbreitung des Ackerbaus vollzog sich in zwei Wellen. In einer ersten Phase drangen die Bauern bis ins Balkangebiet vor. Um 5000 v.Chr. tauchten dann die im Karpatenbecken plötzlich die Bandkeramiker auf, die den Ackerbau bis nach Frankreich verbreiten. Die Urbauern aus den Karpaten könnten Flüchtlinge vom Schwarzen Meer gewesen sein.  
  Text und Bild:  "DER SPIEGEL" Nr.50/11.12.2000 Titel: Strafgericht am Bosporus

Ausgrabungsstätte in Göbekli und Hüyük. Hier   wurden vor circa 11000 Jahren die ersten monumentalen Gebäude errichtet. Zentnerschwere Vogelköpfe, reliefvierte T-Kopf-Pfeiler und eine 40 Zentimeter lange Statute fand das Grabungsatem aus dem Geröll.

Die Entwicklung der Landwirtschaft und die damit verbundene Bevölkerungsdichte förderte die Kommunikation und Information innerhalb der bewohnten Metropolen. Wobei sich  die Spezialisierungen der menschlichen Tätigkeit in Handwerks- und  Berufsgruppen zusammenschlossen. Der technische Fortschritt war der wesentliche Motor dieser revolutionären Entwicklung.
siehe: Von der Antike in die Neuzeit:
Mit Hilfe von Werkzeugen und später durch Maschinen, kontrollierte und manipulierte der Mensch seine Umwelt. Die Anwendung der Hebelgesetze in der Steinzeit ermöglichten den Bau der großen Kulturdenkmäler.
400 v.Chr. wurden in Griechenland die ersten fossilen Brennstoffe (Erdgas) als Wärmeenergie verwendet.
Die Nutzung der Kohle wurde vermutlich seit
852 n.Chr. in England durchgeführt.
In der Lüneburger Heide bohrte man 1857 erstmals nach Erdöl.
Die Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert und der Wechsel, vom Jäger- Sammlerdasein zur Landwirtschaft, war ein weiterer Meilenstein der industriellen Revolution.
Die Ausbeutung der Natur  und deren Ressourcen wurde  immer gezielter und egoistischer durchgeführt. Diese Auswirkungen, verbunden mit der Bevölkerungsexplosion, sind für unseren Planeten wohl kaum noch abzuschätzen. Vergleicht man den Energieverbrauch von Mensch und Tier nach dem Gewicht (nach diesem Prinzip müsste der Energieverbrauch von Mensch und Schaf etwa identisch sein) kommt man zu der besorgniserregenden Bilanz: Die Bevölkerungsdichte eines Säugers mit dem Gewicht eines Durchschnittsmenschen dürfte 180 Millionen nicht überschreiten, wenn er das gesamte Land der Erde besiedeln könnte. Mit anderen Worten: 180 Millionen Schafe dürften zum Beispiel, rein energetisch betrachtet, auf der Erde leben, wenn sie von Grönland bis zur Antarktis weiden dürften. Die menschliche Bevölkerung ist über 33mal größer als es theoretisch möglich ist. Über 6 000 000 000 (Milliarden) Menschen drängen sich inzwischen auf dem Erdball und jeder Einzelne verbraucht 40mal mehr Energie als jedes vergleichbare große Tier!
Der Zukunftsforscher Dennis Meadows, Direktor der Universität New  Hampshire, geht davon aus, dass der Planet ziemlich schnell die Fähigkeit verlieren wird, jeden Menschen  zu ernähren. Die Weltbevölkerung wird, nach seiner Einschätzung, zwischen 2030 und 2050 ihren Gipfel überschreiten. Die Sterberate  steigt an und die Weltbevölkerung schrumpft auf ein Maß, das man ernähren kann. Persönlich glaube ich, dass die Gefährdung der Menschheit nicht nur in der mathematisch erfassbaren Überbevölkerung liegt. Sie ist auch in  dem geistigen Defizit der menschlichen Wahrnehmung zu erkennen. Wir Menschen erkennen nur unzureichend die Auswirkungen unserer Ausbeutungsstrategie und missachten somit die, seit 4 Milliarden bewerte Strategie der globalen Anpassung.  Die menschliche Selbstvernichtung, zum Beispiel: durch die Zerstörung vieler Ökosysteme, Ausrottung vieler Tierarten, Vernichtung der Umwelt, Manipulation der Natur, sowie die mögliche Selbstausrottung durch einen atomaren Gau, ist nicht nur eine Folge der Überbevölkerung, sondern auch der Selbstüberschätzung unserer Macht! 
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind die drei entscheidenden Ursachen mit der die Menschheit seit Jahrhunderte die Lebensräume auf unserer Erde zerstört: 
1. Die Übernutzung von Tier und Pflanzebestände. (z.B. die Überfischung der Meere)
2. Die Verbreitung fremder Arten durch die globale Ausweitung der Menschen. z.B. wurden fremde Tierarten in Naturgebiete fremder Länder verpflanzt, wo eine natürliche Auslese nicht stattfand. Folge war eine unkontrollierte Ausbreitung und die Zerstörung des Ökosystems.
3. Verinselung und Zerstörung artenreicher Lebensräume. Sogenannte "Hot Spotz" (Gebiete in den die Artenvielfalt besonders hoch ist, weltweit 25 Gebiete, die meisten liegen in tropischen Gefilden), werden durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum bedroht und zerstört.
Ein weiter Grund für die menschliche Zerstörungsmentalität ist seine Mobilität, sie ermöglicht ihm sich überall dort anzusiedeln, wo es im beliebt, wenn es ihm nicht mehr gefällt wandert er aus und hinterlässt seine vernichtenden Spuren. Er braucht nicht wie fast alle anderen Lebensarten sein Leben  nach seiner Umgebung einzurichten er verändert die Umwelt nach seinen Bedürfnissen und zerstört damit nicht selten ein Ökosystem für viele Lebwesen. Der Slogan "macht euch die Erde Untertan" hat uns eine Siegermentalität beschert deren Machttrieb auch heute noch, im Zeitalter der Aufklärung, unser Leben bestimmt. So wichtig auch der Kampf nach Macht und Überleben, in der Vergangenheit für die Menschheit war, so Lebensvernichtend kann dieses Dogma der  "Macht- und Besitzansprüche" heute für die Menschheit sein. Am ende siegt die Anpassung.
Milliarden von Bakterien haben in den vergangenen 3,5 Milliarden Jahren zigtausend von Arten hervorgebracht wobei sie alle Evolutionsepochen überlebt haben. Ihre Überlegenheit im überleben spiegelt sich nicht durch eine bewusste Wahrnehmung, sondern durch Anpassungsfähigkeit wieder. Der Mensch der durch sein Bewusstsein sich und seine Umwelt in Frage stellt, entwickelte eine Philosophie der Unterschiede. Die Folgen dieser geistigen Auseinandersetzung und die damit verbundenen menschlichen Irrtümer sind fatal und können das Ende der Menschheit herbeiführen. Diese Selbstvernichtungsmöglichkeit sind dem Menschen zwar bewusst, doch sein unbewusster Verdrängungsmechanismus und seine Sucht nach Bedürfnisbefriedigung lassen ihn für diese Weitsicht wenig Spielraum.
Voraussetzung für das angepasste Überleben der Menschheit wäre ein Hintergrundwissen über ökologische und ökonomische Langzeitfolgen unserer Umwelt, die sich über Jahrhunderte oder sogar über Jahrtausende erstrecken (Gaia - Intelligenz). Würde der Mensch sein Handel  nach dieser Weitsicht anpassen und sein Bewusstsein über seinen Tod; nicht mit der Angst vor dem Ende, sondern mit dem Streben nach Neubeginn bewerten, dann würde sich ein präventives Handeln entwickeln, das über unseren zeitlichen Aufenthalt auf unseren Planeten hinaus ginge.  
Viele Millionen von Generationen benötigte die Evolution, bis der  Menschen als Spätankömmlinge auf dieser Erde sesshaft wurde, und nach dem Paläontologen Stephen Jay Gould können wir froh sein, dass wir überhaupt da sind. 

Stellen wir uns vor, bei der Zellteilung einer ganzbestimmten Bakterie, vor circa 3 bis 4 Milliarden Jahren, hätte sich  eine winzige Veränderung an der Erbmasse (Mutation) ereignet, so hätte ich oder der Leser oder sonst ein Mensch dieser Erde, dass Licht der Welt nie erblickt. Eine weitere Chance hätte der Mensch nie bekommen. Nicht genug, die eigentliche Triebkraft der Evolution ist die schlichte Tatsache, dass immer nur ein kleiner Teil jeder Generation heranwachsen und sich fortpflanzen konnte (denn ohne natürliche Auslese keine Entwicklung) So ist unser Stammbaum eine ununterbrochene Kette von Zygoten und Zellteilungen die viele Millionen von Generationen überlebt hat. In jeder Phase haben wir es geschafft unsere Zelle zu teilen, fortzupflanzen, zu befruchten und lebendige Junge zugebären. Wenn nur einer unserer vielen Millionen Vorfahren z.B. eine Amphibie oder ein Kriechtier vor erreichen der Geschlechtsreife zu Grunde gegangen wäre, dann hätte unser Dasein nie exsistiert. So ist unsere Existenz wohl einmaliger als ein Lottogewinn.

Wenn man die Entwicklungsgeschichte auf 24 Stunden reduziert, so lebte der Mensch auf dieser Erde etwa 5 Minuten. Doch in dieser kurzen Zeit schaffte es der Mensch, mit seiner narzisstischen Intelligenz und Phantasie, den Lebensraum der Erde so auszubeuten, dass viele glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis unsere Erde ein menschenleerer Trabant ist. 
Für die Vielfalt unserer Natur wird das Aussterben der Menschheit eine neue ökologische Revolution hervorrufen und eine Vielzahl von Lebensarten vor dem weiteren Aussterben bewahren.
Die kosmische Weiterentwicklung der Erde wird unser Dasein überdauern, den sie ist um Milliarden von Jahren klüger und geduldiger als das Gehirn des Menschen. Kosmisch  gesehen, ist das aussterben des Homo sapiens sapiens oder die Vernichtung des  Planeten Erde, so bedeutungslos, wie das Versinken eines Sandkorns im Meer.
Unsere Chancen liegen, trotz aller angebrachten Zweifel, in dem Bewusstsein über unserer Vergangenheit.  Die Erde, auf die wir gehen, besteht aus dem Staub unserer Ahnen. Es gibt keinen entgültigen Tod, sondern nur Neubeginn. Nehmen wir diese Aborrgines-Weisheit ernst dann wissen wir, dass unsere kosmologische Vergangenheit die Botschaft für die Zukunft darstellt. Unser Leben wird durch die Fortpflanzung geprägt, sie ist der Neubeginn für unsere Zukunft.
"Nach uns kommt etwas besseres"!
Meine "Geschichte der Materie" zeigt, dass jedes Teilchen im Universum seine Geschichte hat und das durch dies  Entwicklung die Zukunft geprägt wird. Wir haben die einmalige Möglichkeit durch unser Handeln die Zukunft mitzugestalten.


*Cro-Magnom: Der Name wurde nach ihre Fundstätte der Cro-Magnom-Höhle in Frankreich benannt.
* Eurasiens: Doppelkontinent bestehend aus Europa und Asien
*Tundren:  Baumlose Pflanzenformationen der polaren u. subpolaren Zonen
*Sundaschelf: Kontinentalsockel, bis zu 200 m unter den Meeresspiegel liegender Küstenrand
 *Mesolithikums: Kulturepoche etwa 8000 v.Chr.http://


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Fortsetzung 11 Zyklus 

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